Kirchliches Leben in Asien – Licht- und Schattenseiten

Elftes Treffen des Sonderrates für Asien im Vatikan

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ROM, 10. Dezember 2007 (ZENIT.org).- Wie der Vatikan am Freitag berichtete, kamen die Mitglieder des Asien-Sonderrates des Generalsekretariats der Bischofssynode am 20. November zu ihrer elften Sitzung zusammen. Den Vorsitz der Arbeitsgespräche, die die Lage der Kirche auf diesem Kontinent zum Thema hatten, führte Erzbischof Nikola Eterovic, Generalsekretär der Bischofssynode.



Die Tagungsteilnehmer bewerteten die Umsetzung der Vorschläge, die im Nachsynodalen Apostolischen Schreiben Ecclesia in Asia enthalten sind, sowie die Reaktionen auf das jüngste Nachsynodale Schreiben Sacramentum caritatis. Ebenso wurden Anregungen für die nächste Weltbischofssynode formuliert, die im Oktober 2008 das „Wort Gottes im Leben und in der Sendung der Kirche“ in den Blick nehmen wird.

Die Gespräche hätten es erlaubt, ein breit angelegtes Bild des kirchlichen Lebens in Asien und der Bedingungen des Lebens in der Zivilgesellschaft zu zeichnen, die in vielerlei Hinsicht günstig für die Aktivität der Kirche sind, heißt es in einer Presseerklärung des Vatikans. Gleichzeitig seien verschiedene Sorgen geäußert worden, die sich aus Kriegen, der Aufrüstung, den ethnischen Konflikten, der Gewalt, dem Terrorismus, der Unterdrückung und der diversen Beschränkungen der Gewissensfreiheit ergäben.

Vor allem die Minderheiten und somit auch die Christen seien von den Übergriffen betroffen. Sie sähen sich gezwungen, ihre Heimat zu verlassen, und müssten auch unter der Gewalt fundamentalistischer Gruppen leiden. Das Fehlen der Religionsfreiheit offenbare sich in verschiedenen Formen: Beschränkungen der Kommunikation unter den Bischöfen und mit dem Heiligen Vater; Unmöglichkeit, Bischofskonferenzen zu errichten; Schwierigkeiten, für die in der pastoral Tätigen Einreisevisa zu erlangen,; Beschränkungen beim Bau von Kirchen, Behinderungen bei der Präsenz im öffentlichen Leben.

Positiv erwähnt wurde die brüderliche Aufnahme, die jene Christen erfahren, die fliehen mussten, um ihr Leben zu retten; die Zunahme der Katholiken in Gegenden, in denen sie bisher in geringer Zahl lebten; das Zeugnis heroischer Treue bis hin zur Hingabe des eigenen Lebens – wie im Fall der vier Priester, die in Asien im Jahr 2006 getötet worden waren. Außerdem sei eine Zunahme der Priesterberufungen zu verzeichnen, so dass asiatische Katholiken zu Missionaren werden könnten – in Asien selber, aber auch anderswo.

Die Kirche sei für den Dialog mit den großen Religionen Asiens offen und leiste einen wesentlichen Beitrag zu Toleranz und ziviler Eintracht, zur Stärkung des Rechtsstaates und des Demokratisierungsprozesses in der Gesellschaft. Der Einfluss der Kirche gehe durch ihre Arbeit an Schulen und Krankenhäusern beziehungsweise generell durch kirchliche Werke zur Förderung des Menschen über die christlichen Gemeinschaften hinaus.

Die Umsetzung von „Ecclesia in Asia“ trage reiche Frucht, was insbesondere den diözesanen Pastoralprogrammen und den Hirtenbriefen der Bischöfe zu verdanken sei. Gleiches gelte für das Schreiben „Sacramentum caritatis“. Es würden Übersetzungen in die Landessprachen wie Chinesisch, Koreanisch, Vietnamesisch und Thai angefertigt; die Katecheten erhielten aus den beiden Dokumenten wertvolle Inspirationen.

Die nächste Sitzung des Sonderrates für Asien des Generalsekretariats der Bischofssynode soll in einem Jahr stattfinden: am 11. und 12. Dezember 2008.