Klara von Montefalco

Eine Heilige aus Umbrien

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ROM, 17. August 2012 (ZENIT.org). - Klara von Montefalco wurde um 1268 in Montefalco, einer Kleinstadt in Umbrien, geboren. Bereits im zarten Alter von sechs Jahren trat sie der Gemeinschaft frommer Jungfrauen in Montefalco bei, der ihre ältere Schwester Johanna seit 1260 vorstand. Schon vor ihrem Eintritt in die Gemeinschaft, noch im Kleinkindalter, hatte Klara immer wieder ihren tiefen Glauben und den Wunsch, ihr Leben Gott zu weihen, bekundet. Ihrem Beispiel folgten so viele Mädchen und Frauen, dass die Gemeinschaft größere Räumlichkeiten benötigte. 1290 waren die entsprechenden Bauarbeiten abgeschlossen.

Johanna, Klaras Schwester, kümmerte sich nun darum, die Gemeinschaft in ein Kloster zu verwandeln und sie in einen bereits bestehenden Orden einzubinden. Mit dem Dekret vom 10. Juni 1290 erkannte Bischof Gerado Artesino die neue religiöse Gemeinschaft schließlich an und legte ihr die Regel des heiligen Augustinus auf.

Nur ein Jahr später, am 22. November 1291, starb Johanna, und ihre Schwester Klara folgte ihr als Äbtissin des Klosters nach. Sie verrichtete das Amt bis zu ihrem Tode am 17. August 1308. 

Die Legende besagt, daß nach dem Tod der Leib der Heiligen geöffnet wurde und auf dem Herz überdimensionierter Größe die Leidenswerkzeuge Christi sichtbar wurden. Eine Vorstellung davon versuchte Battista Piergilii in der von ihm verfaßten Biographie über die heilige Klara aus dem Jahr 1640 (Vita della B. Chiara, detta della Croce di Montefalco dell'Ordine di S. Agostino descritta dal Sig. Battista Piergilii da Bevagna, …, in Foligno apresso Agostino Alterij 1640) zu geben. Der Text ist mit zwei Stichen illustriert, die das Herz der Heiligen mit den Darstellungen der Passionswerkzeuge wiedergeben. Klara verrichtete schon in jungen Jahren Meditationen über die Passion Christi. Strenge Bußübungen, Visionen und Ekstasen waren zeitlebens Ausdruck ihres tiefen Glaubens.

Da sich nach ihrem Tod immer wieder Wunder zutrugen und die Verehrung für Klara stetig zunahm, begann der Bischof von Spoleto Pietro Paolo Trinci am 18. Juni 1309 Informationen über das Leben und Wirken der Heiligen zusammenzutragen. Clemens X. ließ Klara von Montefalco 1673 in das Martyrologium Romanum eintragen. 1736 wurde das Heiligsprechungsverfahren, das im 14. Jahrhundert unterbrochen werden musste, von Clemens XII. wieder aufgenommen. Am 8. Dezember 1881 wurde die selige Klara schließlich von Leo XIII. heiliggesprochen.

Der 17. August ist der Gedenktag der heiligen Klara von Montefalco, am 30. Oktober feiert man die „Impressio Crucifixi in corde S. Clarae“.

In Darstellungen erkennt man Klara von Montefalco an den ihr beigegebenen Attributen, dem Herzen, den Passionswerkzeugen und der Waage. Sie ist stets als Nonne mit weißem oder schwarzem Schleier abgebildet. Entsprechend der ikonographischen Tradition ist sie auch in der bereits erwähnten Biographie mit einem weißen Schleier, dem Kruzifix in der linken und einem Herzen mit einem Kreuz in der rechten Hand dargestellt. [bd]