Klarstellung des Vatikans zur Ansprache des Papstes an die Politiker Roms und Latiums

Die Worte Benedikts XVI. sollen nicht instrumentalisiert werden

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ROM, 11. Januar 2008 (ZENIT.org).- Der diesjährige Neujahrsempfang Benedikts XVI. für die Verwalter und Politiker der Stadt und Provinz Rom sowie der Region Latium hatte unerwartete Folgen, die sogar den Vatikan heute zu einem offiziellen Kommuniqué veranlassten.

In seiner gestrigen Ansprache vor den politischen Verantwortlichen hatte der Bischof von Rom seine Sorge um das Wohlergehen der Einwohner der seiner Hirtensorge anvertrauten Stadt zum Ausdruck gebracht. Dabei erwähnte er den sozialen Notstand der steigenden Armut, vor allem in den Peripherien der Stadt. Der Papst betonte diesbezüglich ausdrücklich, dass die Kirche bereit sei, mit den zivilen Institutionen zusammenzuarbeiten. Außerdem erwähnte Benedikt XVI. auch die Frage der Sicherheit und des zivilen Niedergangs einiger Zonen der Stadt. Der Papst forderte besonders in diesem Bereich eine beständige und konkrete Arbeit (ZENIT berichtete).

Einige Medien lasen die Worte des Papstes als einen „Angriff“ gegen den Bürgermeister von Rom, Walter Veltroni, und somit gegen die politische Linie der von ihm geführten Mitte-Links-Koalition (die auch die Provinz Rom und das Land Latium regiert). Dazu kommt, dass Veltroni der Vorsitzende der neu geschaffenen „Demokratischen Partei“ ist, die eine neue politische Alternative zur Zersplitterung in Parteien und Kleinstparteien des politischen Sektors der Mitte-Links-Koalitionen sein soll.

Heute zeigte sich der Vatikan über die „Instrumentalisierung“ der Worte des Heiligen Vaters verwundert. Diese Instrumentalisierung machte sich auf zwei Fronten bemerkbar: Zum einen interpretierten bestimmte Medien die Äußerungen des Papstes als „Ohrfeige“ für den Bürgermeister und somit für die von ihm repräsentierte politische Idee, in der Absicht, eine „Einmischung“ des Heiligen Stuhls in die inneren Angelegenheiten Italiens und des aktuellen politischen Tagesgeschehens zu konstruieren.

Auf der anderen Seite des politischen Spektrums wurden die falsch wiedergegebenen oder nicht richtig verstandenen Worte des Bischofs von Rom dazu benutzt, um die Politik des römischen Bürgermeisters in Misskredit zu bringen.

Demgegenüber erklärte heute der Vatikan, dass es mitnichten die Absicht des Papstes gewesen sei, das Wirken der politischen Verantwortlichen im sozialen Bereich der Stadt Rom und der Region Latium unterzubewerten. Als Bischof der Stadt habe Benedikt XVI. die erreichten Ziele im Dienst der Bürger lobend gewürdigt und hervorgehoben. Gleichzeitig habe es der Papst für notwendig erachtet, all denen seine Stimme zu verleihen, die sich an ihn wenden, um einige besonders dringliche menschliche Probleme zur Sprache zu bringen, die mit vereinten Kräften zu lösen sind.