Klarstellung zu „Times“-Artikel über Beziehungen zwischen Anglikanern und Katholiken

Bischöfe erklären die Tatsachen

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LONDON, 20. Februar 2007 (ZENIT.org).- Die beiden Vorsitzenden der Internationalen Anglikanisch/Römisch-Katholischen Kommission für Einheit und Mission („International Anglican - Roman Catholic Commission for Unity and Mission“, IARCCUM), der katholische Erzbischof John Bathersby und der anglikanische Bischof David Beetge, haben in einer gestern veröffentlichten Erklärung auf mehrere Irrtümer in dem „Times“-Artikel „Churches Back Plan to Unite Under Pope“ („Die Kirchen unterstützen das Vorhaben der Vereinigung unter dem Papst“) von Ruth Gledhill aufmerksam gemacht.



Die Journalistin, die in ihrem Aufsatz auf Sensation aus sei und die Wahrheit ins falsche Licht stelle, kündigt an, dass noch in diesem Jahr „radikale Vorschläge“ veröffentlicht würden, die darauf abzielten, „die Anglikaner mit der römisch-katholischen Kirche unter der Führung des Papstes wiederzuvereinen“. Gledhill beruft sich auf ein noch unveröffentlichtes Dokument der oben angeführten internationalen Dialog-Kommission mit dem Titel „Growing Together in Unity and Mission“ („In Einheit und Mission zusammenwachsen“).

Die Bischöfe, die der Kommission IARCCUM vorstehen, sprechen diesbezüglich von einer großen Übertreibung der Autorin. Bei den „radikalen Vorschläge“, die in dem neuen Dokument angeblich enthalten sein sollen, handle es sich um dieselben, die während der vergangenen 35 Jahre hinsichtlich der Frage der Autorität und des Papsttums immer wieder dargelegt worden seien.

Was das noch unveröffentlichte Dokument über das Petrinische Amt sage, „ist nicht neu, sondern eine Zusammenfassung dessen, was in den Dokumenten der Internationalen Anglikanisch/Römisch-Katholischen Kommission (ARCIC) über die Autorität erklärt wird“. In Zusammenhang verweisen die Hirten auf die beiden Dokumente über die „Autorität in der Kirche“ aus den Jahren 1976 und 1981 sowie auf das Dokument „Das Geschenk der Autorität“ aus den Jahr 1999.

Im zweiten Teil des neuen Dokumente würden konkrete Initiativen vorgeschlagen werden sowie „Aspekte der gemeinsamen Sendung, des gemeinsamen Studiums und des gemeinsamen Gebets“ thematisiert, „die nach den maßgeblichen Quellen der Katholischen Kirche und den Provinzen der Anglikanischen Gemeinschaft zum Großteil bereits zugelassen worden sind“. Die meisten dieser Vorschläge seien keineswegs neu, „und einige von ihnen sind an verschiedenen Stellen vor Jahrzehnten umgesetzt worden“, unterstreichen die Bischöfe.

Das neue Dokument enthalte eine Reihe von Vorschlägen, die nach Ansicht der Mitglieder von IARCCUM unter den gegenwärtigen Umständen und angesichts des Ausmaßes an Glauben, den Katholiken und Anglikaner miteinander teilten, verwirklicht werden könnten. Aber es werde in dem Dokument zugleich betont, dass die Ortsbischöfe überall auf der Welt entscheiden müssten, was vor Ort machbar sei.

„Der ‚Times‘-Artikel spekuliert über die Antwort der Katholischen Kirche auf ein mögliches Schisma innerhalb der Anglikanischen Gemeinschaft. Es sollte deutlich hervorgehoben werden, dass der Päpstliche Rat zur Förderung der Einheit der Christen immer davon gesprochen hat, wie wertvoll es ist, dass die Anglikanische Gemeinschaft eine Gemeinschaft bleibt, die im Apostolischen Glauben gründet.“ Dies sei bereits in einem Dokument aus dem Jahr 2004 klar zum Ausdruck gekommen.

Das Dokument „Growing Together in Unity and Mission“ („In Einheit und Mission zusammenwachsen“) wird nach Angaben der Bischöfe als gemeinsame Erklärung von IACUUM veröffentlicht werden, „nicht als offizielle Erklärung der Katholischen Kirche oder der Anglikanischen Gemeinschaft“. Es diene vor allem dazu, „Diskussion und Reflexion zu fördern“, wie es in diesem Dokument eindeutig gesagt werde. Es handle sich somit um ein „wertvolles Werkzeug für die lange Reise zur vollen Einheit, die seit 40 Jahren das erklärte Ziel der anglikanisch/römisch-katholischen Beziehungen ist“.