Klaus-Hemmerle-Preis 2010 geht an Erzbischof von Oppeln (Polen)

Brückenbauer zwischen Kirchen und Völkern

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AACHEN, 3. April 2009 (ZENIT.org).- Alfons Nossol, Erzbischof von Oppeln (Polen), erhält den Klaus-Hemmerle-Preis 2010. Der von der Fokolar-Bewegung vergebene undotierte Preis wird am 22. Januar 2010 im Aachener Dom verliehen. Die Laudatio wird der frühere bayerische Kultusminister und ehemalige Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Professor Hans Maier, halten.

Erzbischof Nossol, so die Begründung der Jury für die Preisverleihung, engagiere sich seit vielen Jahrzehnten für die Ökumene. Schon während seines Studiums habe er Kontakte zu protestantischen und katholischen Theologen insbesondere aus Deutschland gesucht. Neben seinem Einsatz für die Verständigung zwischen den Konfessionen läge dem zweisprachig aufgewachsenen Nossol die Versöhnung zwischen Deutschen und Polen besonders am Herzen. Mit der Ernennung des 1938 geborenen Nossols zum Erzbischof habe Papst Johannes Paul II. 1999 ein klares Zeichen für dessen Versöhnungsstreben gesetzt.

Am 3. April 2009 wäre Klaus Hemmerle 80 Jahre alt geworden. Im Gedenken an den 1994 verstorbenen Aachener Bischof ehrt die Fokolar-Bewegung Persönlichkeiten, die als „Brückenbauer“ den Dialog zwischen den Kirchen, Religionen und Weltanschauungen fördern. Der Preis wird alle zwei Jahre verliehen. Bisherige Preisträger waren der 2007 verstorbene jüdische Professor Ernst-Ludwig Ehrlich (2004), der ehemalige Präsident des Lutherischen Weltbundes, Bischof i. R. Christian Krause (2006), und der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I. (2008).

Die siebenköpfige Jury setzt sich zusammen aus Vertretern der Fokolar-Bewegung, der Diözese Aachen, des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, des Lehrstuhls für Christliche Religionsphilosophie in Freiburg und der orthodoxen beziehungsweise evangelischen Kirche.

Die Fokolar-Bewegung, die in 183 Ländern vertreten ist und rund zwei Millionen Freunde und Anhänger hat, setzt sich durch verschiedenste Initiativen wie etwa das Projekt „Wirtschaft in Gemeinschaft“, dem rund 700 Unternehmer angeschlossen sind, für Dialog und Verständigung ein.