Klima-Gipfel in New York: Papst Benedikt XVI. schickt Video-Botschaft

Appell zu mehr Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit dem Geschenk der Schöpfung

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ROM, 24. September 2009 (ZENIT.org).- Die Regierungen der internationalen Staatengemeinschaft müssten das kostbare Geschenk der Schöpfung mutig schützen. Mit diesem Aufruf wandte sich Papst Benedikt XVI. in einer heute veröffentlichten Videobotschaft an die Teilnehmer des UN-Gipfeltreffens zur Problematik des Klimawandels, das in diesen Tagen in New York stattfindet.



In seiner Botschaft geht der Papst von dem aus, was er während der Generalaudienz des 26. August erklärt hatte. Damals hatte er sich ausführlich den Themen der Verteidigung und des Schutzes der Umwelt gewidmet.

Benedikt XVI. hob erneut die Notwendigkeit hervor, „dass die internationale Gemeinschaft und die einzelnen Regierungen den eigenen Bürgern die richtigen Weisungen zu geben wissen, um wirksam zu verhindern, dass die Umwelt zu ihrem Schaden ausgenutzt wird”. Es sei geboten, dass die Teilnehmer an der UNO-Konferenz über das Klima angemessen Maßnahmen finden, um zu verhindern, dass die Umwelt zu ihrem Schaden ausgenutzt wird.

Die Erde sei eine kostbare Gabe des Schöpfers, der die ihr innewohnenden Ordnungen erdacht und dem Menschen damit Wegweisungen gegeben habe, an die er sich als Treuhänder seiner Schöpfung halten müsse. „Aus eben diesem Bewusstsein heraus stehen für die Kirche die Fragen, die mit der Umwelt und ihrem Schutz zusammenhängen, in engem Zusammenhang mit dem Thema der ganzheitlichen menschlichen Entwicklung.“

Papst Benedikt erinnerte die Teilnehmer des New Yorker Klima-Gipfels auch an seine Enzyklika Caritas in veritate, in der er die „dringende moralische Notwendigkeit einer erneuerten Solidarität“ (49) betont, die nicht nur die Beziehungen nicht zwischen den einzelnen Ländern, sondern auch jene zwischen den Menschen bestimmen sollte.

Die natürliche Umwelt sei allen von Gott geschenkt worden, „und der Umgang mit ihr stellt für uns eine persönliche Verantwortung gegenüber der ganzen Menschheit dar, besonders gegenüber den Armen und den künftigen Generationen“ (vgl. ebd., 48).

Außerdem bekräftigte Papst Benedikt: „Die wirtschaftlichen und sozialen Kosten für die Benutzung der allgemeinen Umweltressourcen müssen offen dargelegt und von den Nutznießern getragen werden und nicht von anderen Völkern oder zukünftigen Generationen. Der Schutz der Umwelt, der Ressourcen und des Klimas erfordert, dass alle auf internationaler Ebene Verantwortlichen gemeinsam handeln, dem Gesetz entsprechend und in Solidarität vor allem mit den schwächsten Regionen der Erde“ (vgl. Caritas in veritate, 50).

Mit vereinten Kräften könne es gelingen, eine ganzheitliche menschliche Entwicklung zum Wohl der gegenwärtigen und der zukünftigen Völker aufzubauen, „eine Entwicklung, die an den Werten der Liebe in der Wahrheit orientiert ist. Dazu ist es unverzichtbar, im gegenwärtigen Modell der globalen Entwicklung eine Umkehr zu bewirken in Richtung auf eine größere und gemeinsame Übernahme der Verantwortung gegenüber der Schöpfung: Das ist nicht nur erforderlich aufgrund der Umweltprobleme, sondern auch aufgrund des Skandals von Hunger und Elend.“

Benedikt XVI. forderte die Teilnehmer des Gipfeltreffens abschließend zu einer konstruktiven und mutigen Diskussion auf. Alle Menschen seien dazu berufen, „eine verantwortungsvolle Herrschaft über die Schöpfung auszuüben und die Ressourcen so zu nutzen, dass jeder Einzelne und die Gesellschaft würdig leben können“, um jenen Bund zwischen Mensch und Umwelt zu entwickeln, „der ein Spiegel der Schöpferliebe Gottes sein soll“ (Botschaft zur Feier des Weltfriedenstages 2008, 7).