Kloster Cremisan: Die ersten ausgebildeten palästinensischen Weinbauern

Seit 125 Jahren werden Schulen durch Weinbau finanziert

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ROM, 11. September 2012 (ZENIT.org). - Die beiden ersten Palästina-stämmigen Fachmänner in Sachen Wein, Leith Kokoly und Fadi Batich, haben Anfang September ihre Arbeit in Cremisan aufgenommen. Leith stammt unmittelbar aus Beit Sahour. Fadi stammt aus Ostjerusalem. Beide hatten mit Unterstützung einer italienischen Organisation und des Klosters Cremisan an der Universität Turin vier Jahre lang  Weinbau studiert: Leith als Weinmacher, Fadi als Agronom. Die beiden jungen Männer (25) sind damit die ersten Wein-Fachleute „aus eigenem Haus“. Cremisan sei stolz darauf, mit dieser Ausbildung einen völlig neuen Weg gegangen zu sein, heißt es.  Damit sei auch eine kleine „politische Dimension“ verbunden: In Palästina und Israel sind die beiden jungen Männer die ersten Palästina-stämmigen Fachmänner in Sachen Wein; im Bereich des gesamten Nahen Ostens damit Teil von nicht mehr als zwei Handvoll arabisch-stämmiger Spezialisten.

Cremisan ist ein kleines Kloster der Salesianer Don Boscos in Bethlehem, Palästina. Seit mehr als 125 Jahren werden dort Schulen durch Weinbau finanziert. Es ist das einzige christliche Weingut in Palästina.

Die Weine aus der Region um Bethlehem (bis hinab nach Hebron) galten bereits zu biblischer Zeit als besonders gute und wohlschmeckende Weine. Die Weingärten rund um die sogenannten „Teiche Salomons“ werden in der Bibel des Alten Testaments an vielen Stellen erwähnt.

Die Weinkellerei „Cremisan Cellars“ liegt etwa 5 km von Bethlehem und 12 km von Jerusalem entfernt. Sie liegt genau auf der Grenze zwischen Westjordanland und Jerusalem. Das Hauptgebäude steht offiziell in Jerusalem, während die Lagerräume bereits zum Westjordanland gezählt werden. Die Straße zum Kloster beginnt direkt hinter einem der letzten Büros zur Koordinierung zwischen Israel und den Palästinensischen Autonomiegebieten.

Die Salesianer Gemeinschaft produziert hier im Kloster seit 1885 Wein, um die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Einrichtung zu gewährleisten. Der offizielle Önologe, Ermenegildo Lamo, lebte zuvor als italienischer Mönch in Padua, wo er alles Wissenswerte über Weinbau und die diversen Rebsorten erlernte. Seit 1967, also schon mehr als 40 Jahre, gehört er zur Kellerei und sein Name steht inzwischen schon als Synonym für die hohe Qualität der Cremisan-Weine. Bei der Produktion der Weine wird großer Wert auf Natürlichkeit gelegt. So werden in den Weinbergen keine Pestizide oder andere Chemikalien eingesetzt und die Pflege der Reben geschieht, wie auch die Weinlese selbst, in liebevoller „Handarbeit“. Heute gibt es noch ca. 20 weitere Mitarbeiter in dem Kloster.[jb]

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