Koch: Pfingstkirchen sind zweitgrößte christliche Realität weltweit

Besuch des Papstes zum Reformationsjubiläum 2017 in Deutschland nicht bestätigt

Vatikanstadt, (ZENIT.org) Jan Bentz | 385 klicks

„Der Ratsvorsitzende hat kurz darüber gesprochen, es wäre ja schön, wenn der Papst auch kommen würde. Aber es ist völlig klar, dass der Papst noch keine Antwort gibt, weil Deutschland ein Land und das Luthertum hingegen eine weltweite Größe ist.“ So der Vorsitzende der Ökumenekommission, Kurt Kardinal Koch, in einem Interview mit Radio Vatikan bezüglich eines möglichen Deutschlandbesuchs des Papstes anlässlich des Reformationsjubiläums im Jahr 2017.

Der deutsche EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider war am Montag im Rahmen seines Aufenthaltes in Rom mit Papst Franziskus zusammengetroffen, ein Treffen, das ursprünglich für Papst em. Benedikt XVI. organisiert worden war, dem aber sein Nachfolger Franziskus spontan zugestimmt hatte.

Kardinal Koch betonte darüber hinaus, dass der Ansprechpartner in solchen Fragen nicht der Vatikan, sondern die Deutsche Bischofskonferenz sei. Anlässlich des Jubiläumsjahres sei ein Dokument erstellt worden mit dem Titel „From conflict to communion“. Dieses liege zurzeit noch nicht in deutscher Übersetzung vor.

Koch ist Schirmherr eines von seinem Vorgänger Kardinal Kasper initiierten Kongresses über die weltweite Ausbreitung evangelikaler Bewegungen und Pfingstkirchen.[ZENIT berichtete]

Diese Bewegungen seien ein völlig neue Herausforderung für den ökumenischen Dialog, so Koch. Man müsse beobachten, wie sich diese Entwicklung in Lateinamerika, Afrika, Asien, aber auch in Europa zeigen werde.

„Danach können wir uns überlegen, wie man hier einen ökumenischen Dialog weiterführen und vertiefen kann“, erklärte der Kardinal.

Bei dem Kongress werden die Ergebnisse von vier exemplarischen Länderstudien vorgestellt, die sich mit dem Thema der Herausforderungen der Ausbreitung neuer religiöser Bewegungen beschäftigen, und zwar für Costa Rica, die Philippinen, Südafrika und Ungarn. Kardinal Koch wird am kommenden Donnerstag das Schlussreferat über die ökumenischen Herausforderungen halten.