Kolumbianische Bischöfe rufen zum Dankgebet auf

Die befreite Ingrid Betancourt wird Lourdes und den Papst besuchen

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BOGOTA, 8. Juli 2008 (ZENIT.org).- Anlässlich der jüngsten kolumbianischen Geiselbefreiung verlautbarte die kolumbianische Bischofskonferenz am Freitag: „Bei mehreren Gelegenheiten haben wir die Gläubigen unseres Landes aufgerufen, für die Opfer verschiedener Formen der Entführung zu beten. Heute laden wir dazu ein, Jesus Christus, dem Herr des Lebens, Dank zu sagen für die 15 Brüder und Schwestern, die diese Woche nach einer langen Zeit des Leidens wieder ihre Freiheit erhielten.“

15 Geiseln waren in einer geheimen Militäraktion ohne Blutvergießen aus den Händen der Rebellenorganisation FARC befreit worden. Unter ihnen befand sich auch die französisch-kolumbianische Ingrid Betancourt, die 2002 als kolumbianische Präsidentschaftskandidatin während ihrer Wahlkampagne entführt worden war. Die Bischöfe gratulierten „dem Präsidenten der Republik, den Befehlshabern des Militärs und anderen staatlichen Organisationen, die die Operation ohne Blutvergießen durchgeführt haben. Wie sie dies auch selbst formulierten, ist das das Ergebnis der Gebete all unserer Landsleute“. Kolumbiens Staatspräsident Alvaro Uribe hatte erklärt, die geglückte Operation habe das „Licht des Heiligen Geistes und den Schutz unseres Herrn und der Jungfrau Maria in jeder Hinsicht“ gehabt.

Ihre Gebete, so die Bischöfe, seien mit denen des Heiligen Vaters und der ganzen Nation vereint, damit das Land weitere Fortschritte auf dem Weg der Vergebung, der Gerechtigkeit, der Wahrheit und der Solidarität mache – bis hin zur Wiedererlangung der Freiheit aller Entführungsopfer und zum Frieden in Kolumbien. Sie appellierten an die bewaffneten Gruppen des Landes, „mit einem Sinn für Solidarität und Heimatliebe nachzudenken und die Friedensangebote anzunehmen“ – ein Schritt, der nun in ihren Händen liege. Die Bischöfe bekräftigten erneut ihre Bereitschaft, „zu jenen Bedingungen beizutragen, die einen Fortschritt in der Erlangung eines echten Friedens für alle Bewohner des Landes bewirken“.

Der Vatikan verlautbarte in der vergangenen Woche, Papst Benedikt XVI werde dem Wunsch Ingrid Betancourts nach einer Begegnung gerne entsprechen, sobald es sein Zeitplan ermögliche - denn diese Woche noch reist der Heilige Vater nach Sydney zum Weltjugendtag ab. Der französischen Presse zufolge möchte Betancourt in den nächsten Tagen den französischen Wallfahrtsort Lourdes besuchen, um dort für ihre Rettung, die sie als Wunder bezeichnet, Dank zu sagen.