Kolumbien: Kirche betont Notwendigkeit der Integration von Vertriebenen

Zwangsumsiedlungen und bewaffnete Konflikte schaffen psychosoziale Problematik

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BOGOTA, 17. September 2009 (ZENIT.org).- Die katholische Kirche in Kolumbien sieht die dringende Notwendigkeit, das Thema „Nationaler Zusammenhalt aus einer psychosozialen Perspektive“ zu vertiefen.

In Kolumbien sind immer mehr Menschen von Zwangsumsiedlungen betroffen, und immer mehr Menschen fallen auch bewaffneten Konflikten zum Opfer. Das Ziel eines Kongresses, der letzte Woche stattfand, war deshalb vor allem „die Förderung der Begegnung, Analyse und Reflexion als Strategie zur Entwicklung von Vorschlägen und politischen Handlungsrichtlinien für ein psychosoziales Eingreifen in Kolumbien“.

Angesichts der konstant wachsenden Anzahl von Menschengruppen, „die vom Zugang zu Rechten und von der Ausübung ihrer Pflichten“ ausgeschlossen sind, sei es erforderlich, dass „Wege gefunden werden, damit diese Menschen nicht länger Opfer bleiben und wieder zu vollwertigen Bürgern werden“. Dies betonte der Vorsitzende der Kolumbianischen Bischofskonferenz, Erzbischof Ruben Salazar Gomez, während der Begegnung, der am 11. und 12. September in Bogotà stattfand.

Der kolombianische Oberhirte verwies auf die „enge Zusammenarbeit“ zwischen dem Sekretariat für Soziales (SNPS/Caritas Kolumbien) und dem Ministerium für Sozialen Schutz und forderte die „Verwirklichung eines Vorschlags zur Bewältigung des so ernsten Problems, wie es die Situation der Vertriebenen ist“, informierte die Nachrichtenagentur Fides.

Die Integration der Vertriebenen sei „von großer Bedeutung“, bekräftigte der Erzbischof. „Es reicht nicht, dass wir Grundstücke und Besitz zurückgeben, sondern die Menschen müssen auch auf psychosozialer Ebene wieder hergestellt werden.“ Es bedürfe somit einer „ganzheitlichen Integration der Menschen in das gesellschaftliche Leben“, so der Vorsitzende der Bischofskonferenz.

Der Direktor der SNPS/Caritas Kolumbien, Msgr. Hector Fabio Henao Gaviria, unterstrich seinerseits die Bedeutung des psychosozialen Augenmerks, wenn es darum geht, Vertriebenen zu helfen, ihr Leben neu zu planen. Es gehe um einen ersten Schritt auf dem „Weg zu einem gemeinschaftlichen und ganzheitlichen Aufbau“, der helfen könne, Situationen der Entwurzelung und des Verlusts von Gütern zu überwinden.

An dem Kongress nahmen als Vertreterin der Regierung in Bogotà auch Dr. Clara Lopez Obregon teil, die die Teilnehmer an die „enorme Verantwortung im Hinblick auf die Solidarität“ mit den Vertriebenen erinnerte.