Kolumbien: Zwei katholische Priester innerhalb von 24 Stunden ermordet

Land mit der höchsten Zahl getöteter kirchlicher Mitarbeiter

Rom, (ZENIT.org) | 1009 klicks

Nach einem Bericht der Agentur Fides wurde in Caldas der 84-jährige Pfarrer José Ancizar Mejia Palomino am 2. November in seiner Wohnung gefoltert und ermordet. Damit wurde innerhalb von 24 Stunden nach dem Mord an Pfarrer Alfredo Suarez Salazar aus der Erzdiözese Villavicenio (Meta, Ocana) in weiterer katholischer Priester getötet.

Wie aus ersten Polizeiberichten hervorgeht, wurde Pfarrer Mejia Palomino an sein Bett gefesselt und gefoltert. Pfarrer Mejia Palomino gehörte der Diözese Buga an, war aber als Seelsorger in der Diözese Perreira tätig, wo er als Kaplan das Waisenhaus „Sagrada Familia“ und das Altenheim „Luisa de Marillac“ betreute. Pfarrer Luis Alfredo Suarez Salazar aus der Erzdiözese Villavicencio im Verwaltungsbezirk Meta. War bei einem Heimaturlaub in Ocana nördlich von Santander an der Grenze zu Venezuela ermordet worden. Im Stadtviertel Martinete hatten nach einem Gottesdienst im Heiligtum Unserer Lieben Frau von Torcoroma zwei bewaffnete Männer auf einem Motorrad mindestens ein Dutzend Mal auf den Priester und zwei Personen, die sich in seiner Nähe aufhielten, geschossen. Wie der Polizeikommandant von Santander gegenüber einem lokalen Radiosender berichtete, galten die Schüsse nicht dem Priester, sondern den Personen, mit denen er zusammen unterwegs war.

In einer Verlautbarung, die dem Fidesdienst vorliegt, haben Bischof Rigoberto Corredor Bermudez und die Priester der Diözese Pereira ihr Beileid zum Tod des Geistlichen ausgesprochen. Das Requiem für Pfarrer Mejia Palomino hat am gestrigen 5. Februar in der Kirche „Nuestra Senora de La Candelaria“ stattgefunden.

Erst am Montag hatte der Vorsitzende der Bischofskonferenz von Kolumbien und Erzbischof von Bogotá, Kardinal Ruben Salazar Gomez, die Bürger des Landes dazu aufgefordert, Vertrauen in die Verhandlungen zwischen der Regierung und den Rebellen der FARC zu haben, die derzeit auf Kuba stattfinden. Der Kardinal hatte aber auch die Gewalt angeprangert, die in einigen Regionen des Landes weiterhin herrscht, wobei er auch an Rosucio de Caldas erinnerte, wo verschiedene Personen, die sich dort für Frieden und Aussöhnung engagierten, gewaltsam ums Leben kamen.

Vor etwas mehr als zwei Wochen war in Kolumbien am 16. Januar ein weiterer katholischer Priester in der Stadt Buga gewaltsam ums Leben gekommen. Nach Angaben der Polizei in Buga handelte es sich dabei um einen Raubüberfall mit tödlichem Ausgang. P. José Francisco Velez Echeverri (55) war sozial engagiert und hatte nach Aussage von Zeugen keine Feinde.

Nach Statistiken des Fidesdienstes bleibt Amerika auch im Jahr 2012 im vierten aufeinander folgenden Jahr der Kontinent mit der höchsten Anzahl von kirchlichen Mitarbeitern, die gewaltsam ums Leben kamen. Seit Anfang 2013 wurden allein in Kolumbien bereits drei katholische Priester ermordet.