Kommentare zur Rücktrittserklärung von Papst Benedikt XVI.

In der Welt überwiegt die Einschätzung, es handle sich um eine mutige Entscheidung

Rom, (ZENIT.org) | 856 klicks

Während die Nachricht vom Rücktritt des Papstes gestern wie ein Lauffeuer um den Erdball flog, häuften sich die Reaktionen von Prominenten . Überraschung, aber auch Solidarität mit dem Heiligen Vater haben diese ersten Reaktionen geprägt.

„Der Heilige Vater kennt die Herausforderungen, mit denen die Kirche heute konfrontiert wird, und weiß, dass ‚sowohl die Kraft des Köpers als auch die Kraft des Geistes notwendig‘ ist, um die Kirche zu steuern und das Evangelium zu verkünden“, erklärte Erzbischof Vincent Nichols, Präsident der katholischen Bischofskonferenz von England und Wales. „Ich würdige diese mutige Entscheidung.“ [ZENIT berichtete]

Auch seitens verschiedener Staatsoberhäupter und Regierungschefs wurde vor allem der Mut gewürdigt, den der Heilige Vater bewiesen habe, indem er als erster Papst seit dem Mittelalter seinen Rücktritt ankündigte.

Der britische Premierminister David Cameron erklärte: „Benedikt XVI. hat unermüdlich an der Festigung der Beziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und dem Heiligen Stuhl gearbeitet. Wir alle erinnern uns mit Hochschätzung und Sympathie an seinen Besuch in Großbritannien im Jahr 2010. Millionen von Menschen werden ihn als geistige Leitfigur vermissen.“

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel bekundete ihre Hochachtung für die Entscheidung des Heiligen Vaters. „Wenn der Papst nach reiflicher Prüfung zu dem Entschluss gekommen ist, seine Kraft reiche nicht mehr für die Ausübung seines Amtes, so hat das meinen allerhöchsten Respekt“, sagte die Kanzlerin. „Benedikt XVI. ist und bleibt einer der bedeutendsten religiösen Denker unserer Zeit.“

Ray Flynn, ehemaliger Bürgermeister von Boston und von 1993 bis 1997 Botschafter der Vereinigten Staaten beim Heiligen Stuhl, gab eine kurze Erklärung ab, in der er unter anderem ausführte: „Die Kirche und die Welt werden diesen frommen und fürsorglichen Priester vermissen, der die Kirche in einer Zeit großen gesellschaftlichen Umbruchs geleitet hat.“ Flynn erinnerte daran, dass der Heilige Vater in der Vergangenheit erklärt habe, er wolle der Kirche dienen, solange Gott ihm die Kraft gebe, sein Amt zu erfüllen. „Heute hat er sein Versprechen eingehalten“, so Flynn.

Der italienische Ministerpräsident Mario Monti bekundete seinen „tiefen Respekt für die Entscheidung des Papstes“, die er als „schwer und unerwartet“ bezeichnete. „Ich bin sicher, dass [die Entscheidung des Heiligen Vaters] dem Wunsch entspringt, der Kirche bedingungslos zu dienen und ihr für die Zukunft eine starke Führung zu sichern“, erklärte Monti.