Konferenz in den USA über Brisanz der Frauenfrage

20 Jahre nach dem Schreiben „Mulieris Dignitatem"

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WASHINGTON, D.C. 24. September 2008 (ZENIT.org).- Die Aktualität der Frauenfrage und ihre brisante Problematik nimmt eine Konferenz in den USA in den Blick, die Anfang Oktober stattfinden wird. Im Zentrum der Begegnung stehen die Anthropologie und die prophetischen Kernthesen des vor 20 Jahren veröffentlichte Apostolischen Schreibens über die Würde und Berufung der Frau (Mulieris Dignitatem, 15. August 1988), die aus der Feder von Johannes Paul II. stammt.

Helen Alvaré, Lehrbeauftragte für Kirchenrecht an der „George Mason University“, die zum Trägerkreis der Veranstaltung gehört, erklärte gegenüber ZENIT, dass viele der Probleme, mit denen sich Frauen vor 20 Jahren plagen mussten, immer noch hoch aktuell seien.

„Einige sind jedoch noch komplexer geworden", sagte sie. „Ich glaube, insbesondere die Frage der Bedeutung der ‚Bschäftigung’ von Frauen, als Mütter und als allein stehende Frauen, ist bei weitem noch nicht voll ausgeschöpft; noch weniger wurde sie angesichts der realen Chancen von Frauen ‚in der Welt’ angegangen".

Die Botschaft des Papstes in Mulieris Dignitatem lautet: In einer Gesellschaft, in der die weiblichen Kräfte nicht zum Tragen kommen, die vielmehr geprägt ist von Leistungsdenken und Erfolgswahn, kann sich, trotz allen äußeren Glanzes und aller technischen Wunder, die menschliche Persönlichkeit nicht gesund entfalten. Indem Johannes Paul II. die Frau in ihrem Person-Sein erfasste, erwartete er von ihr, dass sie sich den Forderungen des Berufslebens ernsthaft stellt; und er ermuntert sie, auch „schwere” Verantwortung zu übernehmen. (MD 65)

Ein Dokument wie „Mulieris Dignitatem" brauche seine Zeit um „rezipert" und in vollem Umfang geschätzt zu werden: Wie so viele Dokumente von Johannes Paul II, gehöre auch ‚Mulieris Dignitatem’ zu den Zeitanalysen, die so tief und wesentlich auf die Situation von Frauen in der Welt eingingen, das sie „auch 20 Jahre nach seiner Verkündung“ noch aktuell seien, so Helen Alvaré.

Während der Konferenz wird eine interdisziplinäre Gruppe von Wissenschaftlern insbesondere über Formen und Bedeutung von Mutterschaft und geweihten Leben bei Frauen in der zeitgenössischen Gesellschaft nachdenken. Sie wird vom „Pope John Paul II Cultural Center“ in Washington, D.C. ausgerichtet und von der „Ave Maria School of Law“ und der „Catholic University of America Columbus School of Law“ unterstützt.

Mit Blick auf eine Praxis der Gleichheit im Verhältnis zwischen beiden Geschlechtern, sollen insbesondere alle gesellschaftlichen Versuche, mit denen die zuweilen gestörten Beziehungen zwischen Männern und Frauen behoben werden sollen, betrachtet werden.

Im Lichte von Analysen über die menschliche Person, die sich aus „Mulieris Dignitatem“ ergeben, werden Wissenschaftler sich mit den drängenden Fragen, die sowohl für die Kirche als Ganzes und die Gesellschaft betreffen, befassen.

„Wir leben in einer Zeit, in der die besonderen Gaben der Frauen in allen Bereichen der Gesellschaft dringend erforderlich sind", so die Lehrbeauftragte für Jura der „Ave Maria School“, Prof. Jane Adolphe.

„Auf der einen Seite gibt es größeres Verständnis für die entscheidende Rolle der Frau. Aber in einer Welt voller Machtmissbrauch, Ausbeutung und Gewalt, sind Frauen oft der Prellbock zwischen zwei Extremen“, erklärte die Mitorganisatorin der Veranstaltung.


„In liberalen Milieus laufen Frauen oft Gefahr, als Objekte für etwas angesehen zu werden, während in eher konservativen Umgebungen Frauen oft gemieden oder übergangen werden. Die Herausforderung besteht für alle Frauen, vor allem als Laien, in einer Antwort auf den Ruf nach Heiligkeit: also die Liebe Gottes in einer Welt auszustrahlen, die im Widerspruch zur Liebe lebt".

„Wir haben in der Gesellschaft in den letzten 20 Jahren viele Fortschritte was die Frauen angeht gesehen“, erklärt  Msgr. Grzegorz Kaszak, Sekretär des Päpstlichen Rates für die Familie, einer der Hauptredner. „Aber gleichzeitig haben wir auch gemerkt, wie neue Probleme entstehen. Dieser Kongress wird helfen, unsere Aufmerksamkeit auf diese Gebiete zu lenken, die nützlich für die Kirche und letztlich für die Gesellschaft als Ganze sein können".

Mehr Infos unter: www.avemarialaw.edu/conference/

Von Irene Lagan. Aus dem Englischen übertragen durch Angela Reddemann.