Konferenz über die Rolle der gläubigen Frau

Diskussion über die Position und Rechte der gläubigen Frau an der Päpstlichen Universität Urbaniana in Rom

Rom, (ZENIT.org) Jill Carnà | 719 klicks

Die Natur der Frau macht sie automatisch zu einer Schlüsselfigur, sowohl in der Gesellschaft, als auch in der Familie. Sie agiert als Lehrerin innerhalb ihrer Familie, indem sie ihre Kinder erzieht und unterrichtet; auch in der Politik kann sie eine Führungsrolle übernehmen. Folglich können gläubige Frauen eine wichtige Position und Macht in unserer Gesellschaft erlangen, diese Macht wird jedoch nicht immer anerkannt.

Am Donnerstag 19. April trafen sich am Nachmittag im Hörsaal der Päpstlichen Universität Urbaniana in Rom Fachleute aus fast allen Teilen der Welt, um über das Thema der „Gender Studies“ zu diskutieren. Vier Frauen mit verschiedenen Lebensgeschichten und Erfahrungen stellten ihre Standpunkte in Vorträgen mit anschließender Diskussion vor. Diese Frauenrepräsentierten ihre Position in ihrem jeweiligen Glauben — Islam, Hinduismus, Judentum und Katholizismus — und legten ihre Standpunkte und Sichtweisen meist anhand eigener persönlicher Erfahrungen dar.

Dr. Siti Musdah Mulia, Professorin an dem Indonesian Institutes of Sciences, erläuterte in ihrem Vortrag die Rolle der vor allem indonesischen Musliminnen innerhalb einer sozio-politischen Organisation. Als erste weibliche gewählte Leiterin der Hinduistischen Organisation in Großbritannien stellte Bhartiben Tailor ihren Ausbildungs-, Glaubens und, letzten Endes Erfolgsweg vor.

Als Repräsentantin des orthodoxen Judentums nahm Dr. Tova Hartmann an dem Treffen teil. Dr. Hartmann promovierte an der Harvard Universität und unterrichtet nun Gender Studies und Pädagogik an der Bar Ilan Universität in Israel.

Die vierte Wissenschaftlerin war die Professorin Jane Adolphe, Mitglied der Ave Maria School of Law in Naples, Florida (USA), die auch im Staatssekretariat des Vatikans arbeitet. In einem kurzen Gespräch mit ZENIT erzählte sie, dass sie ihre Standpunkte und Einstellung sehr mit ihren eigenen Erfahrungen und ihrem privaten Leben unterstreicht. Als Tochter eines Ehepaars, das 60 Jahre verheiratet war, sieben Kinder hatte und ein katholisches Leben führte, bezieht sie diese Werte, die ihr in ihrer Kindheit vermittelt wurden, in ihre Arbeit mit ein.

Neben ihrer eigenen persönlichen Erfahrungen betonte Adolphe mehrmals die Einstellung von Papst Johannes Paul II zu Frauen dar. Ihrer Meinung nach können Frauen alle Bereiche des Lebens „humanisieren“, unter anderem da sie „dank ihrer Fähigkeit des Kinderkriegens mit dem Guten einer Person vertraut sind und so eine spezielle Liebe für eine Person entwickeln können.“

Des weiteren verglich sie die Idee der Ehe in der modernen Gesellschaft mit der Ehe, wie sie vom katholischen Glauben beschrieben wird. Diese zwei Vorstellungen stehen sich in manchen Punkten jedoch sehr kritisch gegenüber, zum Beispiel was die Unauflösbarkeit der Ehe betrifft. „Das Sakrament der Ehe im katholischen Glauben baut auf dem Verständnis der natürlichen Ehe auf; wegen der Ereignisse in unserer Gesellschaft hat die gläubige Frau heutzutage die besondere Rolle, das Verständnis der Ehe zu fördern.“

Mit der Konferenz erhofft Jane Adolphe einen „gemeinsamen, beiderseitigen Austausch an Informationen und Freundschaft und sich gegenseitig kennen zu lernen.“ Der Kern der Sache sei jedoch immer, die Wahrheit zu ermitteln. Dabei geht es nicht nur um sachliche Informationen oder Prinzipien, sondern auch darum,  diese in die Tat umzusetzen.