Königin Elisabeth II. kündigt Papstbesuch an

Interkonfessioneller und interreligiöser Dialog stehen auf dem Programm

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LONDON, 17. März 2010 (ZENIT.org).- Die englische Königin Elisabeth II. hat am Dienstag den Besuch Papst Benedikt XVI. vom 16. bis 19. September angekündigt. Die Regierung sowie kirchliche Würdenträger begrüßen das anstehende Ereignis. In einer gemeinsamen Pressekonferenz haben die politische Führer sowie Repräsentanten der Bischofskonferenz von Schottland, England und Wales betont, dass die Papstvisite eine „unvergleichliche Gelegenheit" darstelle, die die Beziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und dem Heiligen Stuhl hinsichtlich globaler Initiativen stärke, wie auch hinsichtlich der Rolle des Glaubens zur Stärkung der Gesellschaft.

In einer Stellungnahme erklärte die britische Botschaft beim Heiligen Stuhl, dass es sich bei der Reise im Grunde genommen um den ersten Papstbesuch in Großbritannien handele, da Papst Johannes Paul II. 1982 das Land im Rahmen einer Pastoralvisite aufsuchte. Der Pontifex wird von der Königin im Holyroodhouse-Palast empfangen und sich in der Westminster Hall an die britische Öffentlichkeit wenden. Darüber hinaus ist die Seligsprechung Kardinal John Henry Newmans während einer Heiligen Messe in Coventry geplant. Eine weitere Heilige Messe findet im schottischen Glasgow statt, während in London noch eine Gebetsvigil sowie ein Ereignis mit dem Themenschwerpunkt Bildung vorgesehen sind.

Papst Benedikt XVI. wird zudem den Erzbischof von Canterbury, das geistliche Oberhaupt der Kirche von England, besuchen und einen Gottesdienst mit anderen kirchlichen Würdenträgern in Westminster Abbey feiern. In der Erklärung der Botschaft hieß es, bei dem Besuch stünden interkonfessionelle und interreligiöse Beziehungen im Vordergrund. Der britische Schottland-Minister Jim Murphy, der mit den Vorbereitungen der Reise befasst ist, bezeichnete das Ereignis als „historischen Besuch zu einer wichtigen Zeit". „Der Papst wird von den Katholiken und Menschen aller Glaubensrichtungen sehr warmherzig empfangen werden", ist Murphy überzeugt.

Der Papst sei nicht bloß geistiger Führer von mehr als einer Milliarde Katholiken rund um den Erdball, einschließlich sechs Millionen katholischer Christen im Vereinigten Königreich, sondern er habe zugleich großen Einfluss in der Weltpolitik in Bereichen wie internationale Entwicklung, Nachhaltigkeit und die Beziehungen zwischen den Religionen", betonte der Minister.

Kardinal Keith O'Brien von Saint Andrews und Edinburgh, Vorsitzender der Schottischen Bischofskonferenz, gab an, dass er über den Besuch außer sich vor Freude sei. Für Papst Benedikt sei bezeichnend, wie sehr er Europa an seine christlichen Wurzeln erinnere, um eine Richtschnur in großen moralischen Fragen unserer Zeit aufzuzeigen. „Und ich hoffe, dass wir alle unsere Herzen seinen Worten öffnen werden", sagte der Kardinal.

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz von England und Wales, Erzbischof Vincent Nichols von Westminster, sagte: „Wir vertrauen darauf, dass die Gegenwart und die Botschaft von Papst Benedikt jeden ermutigen wird, wieder nach einer Vision vom Leben in unserer Gesellschaft zu trachten, die sich durch gegenseitiges Vertrauen, Mitgefühl und Wahrheit auszeichnet." (mk)