Kontinentalmission in Lateinamerika wird konkret

Große Sendungsfeier im August 2008 in Quito

| 1110 klicks

BOGOTA, 4. Dezember 2007 (ZENIT.org).- Die Mitglieder der Sonderkommission zur Missionierung des lateinamerikanischen Kontinents, die sich Ende November am Hauptsitz des Lateinamerikanischen Bischofsrates CELAM in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá zum allerersten Mal zusammensetzten, haben erste konkrete Vorschläge zur „Großen Kontinentalen Mission“ erarbeitet.



Nach einer entsprechenden Presseerklärung wurden folgende Ziele anvisiert:

1.) „Die Förderung einer tiefen persönlichen und pastoralen Bekehrungen unter allen Mitarbeitern in Pastoral und Evangelisation, damit wir alle in der Haltung wahrer Jünger von Christus her ein neues Leben im Geist zu führen beginnen.“

2.) „Die Unterstützung einer kerigmatischen, ganzheitlichen und ununterbrochenen Ausbildung, die nach den Richtlinien von Aparecida zu einer Spiritualität der missionarischen Tätigkeit anregt, die die Fülle des Lebens in Jesus Christus als Achse hat.“

3.) „Die Gewährleistung, dass sich die kirchlichen Gemeinden, Organisationen, Vereinigungen und Bewegungen in einen Dauermissionszustand versetzen, um auch jene Sektoren zu erreichen, die von der Kirche am weitesten entfernt sind, sowie die Gleichgültigen und Ungläubigen.“

4.) „Der immer wieder neu zum Ausdruck gebrachte Hinweis darauf, dass die Fülle des Lebens in Jesus Christus eine Haltung und ein Dienst sind, der für die Gesellschaft und alle Menschen geleistet wird, die diese Gesellschaft bilden – damit sie wachsen und ihre Leiden und Konflikte mit einem tiefen Sinn für Menschlichkeit überwinden können.“

Die Verwirklichung dieser Ziele soll in fünf Etappen erfolgen, die je nach Diözese und Bischofskonferenz von unterschiedlicher Dauer sein können:

1.) Einführungsphase (um sich der Erkenntnisse von Aparecida tiefer bewusst zu werden)
2.) Mission unter denen, die in der Seelsorge und der Evangelisierungstätigkeit beschäftigt sind
3.) Mission unter jenen Gruppen, die es am nötigsten haben
4.) Mission in bestimmten Gegenden
5.) Territoriale Mission

Jede Etappe bedürfe „einer Zeit der Vorbereitung, der intensiven Verwirklichung und der Kontinuität, die der Mission den Charakter der Dauerhaftigkeit verleiht“.

Diese klar umrissenen Schritte sollen die missionarische Erneuerung Lateinamerikas, wie sie im so genannten Dokument von Aparecida angekündigt worden ist, erfolgreich einleiten. Im größten brasilianischen Wallfahrtsort hatten die Hirten ganz Lateinamerikas Ende Mai bekräftigt: „Vom Abendmahlsaal von Aparecida aus machen wir uns auf, eine neue Etappe unseres pastoralen Weges zu gehen, indem wir erklären, dass wir uns in ständiger Mission befinden. Mit dem Feuer des Geistes wollen wir in unseren Kontinent die Liebe entflammen: ‚Ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein … bis an das Ende der Erde‘ (Apg 1,8).“

Während des Amerikanischen Missionskongresses, der im August 2008 in Quito stattfindet, wird die Große Kontinentale Mission feierlich verkündet und die Missionare zur Verkündigung des Evangeliums ausgesandt werden.

Gegenüber ZENIT betonte der CELAM-Vorsitzende und Erzbischof von Aparecida, Raymundo Damasceno Assis, dass das „Dokument von Aparecida“ vor allem zwei Dinge hervorhebe: „Jüngerschaft und Mission. Sie sind wie die beiden Seiten ein- und derselben Münze.“