Koreanische Bischofskonferenz: Aktiver Friedenseinsatz statt Atomtests

Botschaft an das kommunistische Regime in Pjöngjang

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SEOUL, 24. Oktober 2006 (ZENIT.org).- Die Hirten der geteilten ostasiatischen Halbinsel Korea haben in einer öffentlichen Erklärung die Herstellung von Atomwaffen in Nordkorea beklagt und zu einem friedlichen Miteinader aufgerufen.



Der Atomtest vom 9. Oktober sei für die koreanische Bevölkerung und für alle, die den Frieden lieben, ein Schock gewesen und habe zu großer Sorge Anlass gegeben, heißt es in dem bischöflichen Schreiben. Es trägt den Titel „Botschaft für Frieden und Versöhnung“ und ist an die kommunistische Führung in Pjöngjang adressiert. Der Seouler Weihbischof Lucas Kim Woon-Hacke, der innerhalb der Koreanischen Bischofskonferenz mit der Leitung jener Kommission betraut ist, die sich für die Aussöhnung des koreanischen Volkes einsetzt, hat das Dokument unterzeichnet.

Die Entscheidung für den Atomtest und dessen Ausführung habe man „mit großer Trauer“ miterlebt, gerade weil es doch darum gehe, brüderlich zusammenzuarbeiten, um den Frieden zu sichern.

„Auch wenn Atomwaffen nur den Zwecken der Selbstverteidigung dienen sollten, können sie nicht gerechtfertigt werden“, kritisieren die Bischöfe. Voller Sorge beobachte man den Weg, der zu einer friedlichen Koexistenz der beiden Landesteile geführt habe. Dieser „Weg der Versöhnung“ dürfe von niemandem blockiert werden, bekräftigen die Bischöfe. Die gegenwärtige Situation dürfe nicht dazu Anlass geben, „Hass und Konfrontation zu schüren“.

Echter Friede sei nur durch Geduld zu erreichen; er ließe sich nicht „durch militärische Sanktionen oder Blockaden“ herbeiführen, sondern ausschließlich „durch Dialog und Vermittlung“.

Nach der Bestürzung über den Atomtest setzen die Bischöfe ihr Vertrauen ausdrücklich auf „Christus, unseren Frieden“, wie es im Epheserbrief 2,14 heißt.

In der Demokratischen Volksrepublik Nordkorea, wo keine volle Religionsfreiheit gewährt wird, leben 22 Millionen Menschen, in der Republik Korea (Südkorea) rund 48 Millionen Menschen, darunter 4 Millionen Katholiken. Die Trennung der koreanischen Halbinsel geht auf den Waffenstillstand aus dem Jahr 1953 zurück.