Körperliche und seelische Heilung ist Auftrag der Apostel

Wo man die Botschaft nicht hören will, von dort sollen die Apostel fortgehen

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Von Jan Bentz

ROM, 16. Juli 2012 (ZENIT.org). - Die 30. Reise innerhalb Italiens führte Papst Benedikt XVI. am Sonntag von Castel Gandolfo in die Bischofsstadt und den berühmten Weinort Frascati im Umland von Rom. Im Ortszentrum feierte er vor der Kirche Sankt Peter eine hl. Messe. Frascati ist eines der sogenannten suburbikarischen Bistümer, als Titelkirche ist es derzeit Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone anvertraut.

Mehrere Tausend Menschen begrüßten den Papst, der nach seinem Eintreffen mit dem Papamobil durch die Stadt zur Kathedrale San Pietro Apostolo fuhr, wo er vom örtlichen Bischof Raffaello Martinelli sowie dem Bürgermeister der Gemeinde, Stefano Di Tommaso, empfangen wurde. Der letzte Papstbesuch in dieser Stadt fand vor 32 Jahren statt.

In seiner Predigt bei der Messfeier mit ungefähr 8.000 Gläubigen hob Benedikt XVI. zunächst hervor, dass der hiesige Bischof Martinelli mehr als 20 Jahre lang ein wertvoller Mitarbeiter der Glaubenskongregation gewesen sei, wo er in aller Stille vor allem am Katechismus der Katholischen Kirche und dessen Kompendium mitgearbeitet habe, der großen „Symphonie“ des Glaubens.

Im Evangelium des Tages beginne Jesus damit, seine Apostel auf ihre große Aufgabe als Verkünder vorzubereiten. Die Tatsache, dass Jesus einige seiner Jünger direkt zu Mitarbeitern seiner Mission macht, zeige einen Aspekt seiner Liebe: Er verschmähe nicht die Hilfe der Menschen für seine Mission; er kenne ihre Schwächen, schätze sie aber trotzdem nicht gering, im Gegenteil, er mache sie zu seinen Auserwählten.

Von Orten, wo man sie zurückweise, sollten sie wegziehen, nachdem sie vor dem Volk mit der Geste, den Staub von den Füßen zu schütteln, den Abstand zu ihnen auf zweierlei Weise zum Ausdruck gebracht hätten: einen moralischen Abstand –der bedeute: Ihr seid diejenigen, die die Frohe Botschaft zurückweisen, obwohl wir sie verkündet haben; und einen konkreten Abstand, der bedeute: Wir hatten nicht die Absicht, etwas für uns zu tun, und wir wollten nichts für uns, sondern für euch.

Der Evangelisierungsauftrag habe als zweiten wichtigen Aspekt nach dem Beispiel Jesu die Heilung der Kranken, und zwar der Kranken im leiblichen und seelischen Sinn. Wenn der Evangelist konkret über Heilung spreche, spreche er auch über die Vertreibung der Dämonen, um den menschlichen Geist zu reinigen, die Augen der Seele zu reinigen, die von Ideologien verdunkelt seien und deshalb nicht mehr auf Gott und auf die Wahrheit schauen könnten.

Diese zweifache Heilung, körperlich und seelisch, sei immer der Auftrag der Apostel Christi. Die Mission müsse stets diesen beiden Aspekten gerecht werden: das Wort Gottes zu verkünden und die Manifestation seiner Güte durch Werke der Nächstenliebe, der Hingabe und des Dienstes zu vollbringen.

So wie Jesus seine Jünger auf ihren Dienst vorbereitet und sie unterwiesen habe, sollten auch alle Verantwortlichen in der Kirche für ihren Dienst geschult werden, jeder in seinem Bereich. Zunächst die Eltern und Familien, die Pfarrer, die Priester für ihre verschiedenen Aufgabenfelder; schließlich auch die Laiengläubigen, die neben ihrer Aufgabe als Eltern in die Erziehung der Kinder und Jugendlichen eingebunden sind, dazu gehörten verschiedenen Bewegungen wie zum Beispiel die Katholische Aktion. 

Der Herr rufe alle in seinen Dienst und habe einen jeden mit verschiedenen Gaben für die verschiedenen Aufgaben beschenkt. Dazu gehörten neben der Ehe das Priestertum und das gottgeweihte Leben. Die Jungfräulichkeit um des Reiches Gottes willen sei neben der Ehe eine Antwort auf den Ruf Gottes, sein ganzen Leben in seinen Dienst zu stellen.

Als Richtschnur für eine Weitergabe des Glaubens empfahl der Papst im „Jahr des Glaubens" die Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) und den vor 20 Jahren eingeführten Weltkatechismus. Hier finde sich ein „enormer Reichtum" für die Heranbildung neuer christlicher Generationen.