Kreativität und Mut in der Evangelisierung

Interview mit Moysés Louro de Azevedo Filho, Gründer der Bewegung Shalom

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FORTALEZA, 22. Juni 2009 (ZENIT.org/KIN).- Pizzerias, Bibliotheken und Fastfood-Lokale, in denen nur alkoholfreie Getränke ausgeschenkt werden, sind einige der Orte, an denen sich die Shalom-Mitglieder treffen, um Jugendlichen das Evangelium bekannt zu machen und ihnen spirituelle Unterstützung anzubieten.

Shalom ist eine katholische Gemeinschaft, die auf die Frage, wie man zu den Herzen der Menschen gelangen kann, die abgeschieden von Christus und der Kirche leben, mit Initiativen antwortet, die auf zeitgemäße Weise Musik, Sport, Kunst und alle Kommunikationsmedien miteinbeziehen. „Das Wichtigste sind Kreativität und Mut: das sind die Grundpfeiler einer tapferen Evangelisierung, die ansprechend wirkt auf Menschen, die Jesus nicht kennen oder sich ihm widersetzen. Es ist die tatkräftigste Antwort auf die Säkularisierung", versichert Moysés Louro, Gründer und Generalmoderator von Shalom.

Die katholische Gemeinschaft, die ihre Inspiration von der Allerheiligsten Dreifaltigkeit bezieht, wurde 1982 in Fortaleza (Brasilien) gegründet. Ihre Richtlinien - Kontemplation, Einheit und Evangelisierung - leiten sich von jener Stelle im Johannesevangelium ab, wo berichtet wird, dass der Auferstandene den Aposteln erscheint und ihnen auf Aramäisch sagt: „Shalom - Friede sei mit euch".

Durch diese Begegnung in der Einheit mit dem vom Vater gesandten Christus, die ihnen die Gnade des Heiligen Geistes verleiht, erfuhren die Apostel den Frieden und die Liebe der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, die sie zur Evangelisierung und zum Aufsuchen der verlorenen Seelen veranlasste. Moysés Louro erklärt diesbezüglich, dass der damals abwesende Apostel Thomas mit Skepsis reagiert habe, als er von den anderen darüber aufgeklärt worden sei, was sich abgespielt hatte, und dass erst dann daran geglaubt habe, als er mit seinen eigenen Fingern Jesu Wundmale berührte.

Nach demselben Muster verfahren auch die Shalom-Brüder: Nach der Erfahrung des Heiligen Geistes gehen sie in die Welt hinaus, um die Wahrheit zu verkünden, indem sie die größte Not berühren, nämlich die spirituelle.

Angesichts der hohen Akzeptanz besonders unter den Jugendlichen und nach der Anerkennung durch den Vatikan startet Shalom im Jahre 2000 einen großen Internationalisierungsprozess. Inzwischen ist die Gemeinschaft schon in 15 Ländern präsent; in zwölf weiteren sollen neue geistliche Zentren entstehen.

Aber Shalom hat in diesem Entwicklungs- und Wachstumsprozess auch Schwierigkeiten mit der Jugend und der Welt erfahren. Da waren vor allem der Relativismus, die Gleichgültigkeit und die Mentalität der Unmittelbarkeit, die, auf das Glücksgefühl übertragen, es als etwas Momentanes und nicht auf das ganze Leben Bezogenes erscheinen lässt. Der Gründer von Shalom versichert in diesem Zusammenhang, dass die Jugend aus diesem Grund die Flamme der Unendlichkeit im Drogenkonsum, im übermäßigen Alkoholkonsum und einem unordentlichen Umgang mit der Sexualität sucht. „Die Menschen suchen Gott, und die größte Schwierigkeit ist der Mangel an Mut, ihn zu verkünden", fügt Moysés hinzu. Aber die Shalom-Mitglieder sehen in diesen Schwierigkeiten kein Hindernis, sondern eine Chance. Deshalb haben sie sich den Satz von Johannes Paul II. - „Die Jugend ist die Zukunft der Kirche und der Welt" - zu Eigen gemacht und sich vorgenommen, ein Zentrum zur Verbreitung der Gemeinschaft und zur Unterstützung von Missionaren zu errichten.

Mit dem Bau ihres Hauptsitzes („Diaconia Geral") haben sie schon begonnen: Dank der Unterstützung von „Kirche in Not" ist nun der Verwaltungsteil fertig. Jetzt fehlt noch ein Gebäude, das den Familien der Gemeinschaft, den Priestern und Personen des geweihten Lebens eine Unterkunft bietet. „In diesem Zentrum ergänzen sich die verschiedenen Stände des kirchlichen Lebens mit den Sakramenten", bemerkt der Gründer, der hinzufügt, dass das Charisma von Pater Werenfried wichtig und grundlegend sei, da es den Gläubigen ermögliche, ihren Glauben zu leben und gleichzeitig der Not leidenden Kirche zu helfen.

„Dort, wo wir sind, befinden sich auch ‚Kirche in Not‘ und alle ihre Wohltäter, die uns sowohl spirituell wie materiell unterstützen, weil sie sich der heutigen Nöte und Dringlichkeiten bewusst sind", so Moysés Louro.

Von Francisca Prado