Kreuztragen ist kein Verlust, sondern der Gewinn des Lebens

Wer im Sinn der Welt an Erfolg denkt, stellt Gott beiseite

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ROM, 29. August 2011 (ZENIT.org). - Auf das Auseinanderklaffen zwischen dem Plan Gottes und den Erwartungen und Wünschen der Menschen, wenn die Verwirklichung des eigenen Lebens sich nur am gesellschaftlichen Erfolg, am physischen und wirtschaftlichen Wohlergehen ausrichtet, wies Papst Benedikt bei seiner Ansprache vor dem Angelusgebet hin.

Wer Kreuz, Misserfolg, ja sogar Verfolgung und Tod vermeiden wolle, der denke in menschlichen Kategorien, der denke im Sinne des „Fürsten der Welt“: „Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen! Denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern, was die Menschen wollen (Mt, 21, 23). Im Sinne der Welt zu denken bedeute, Gott beiseite zu stellen, ihn beinahe daran zu hindern, seinen weisen Willen auszuführen. Deshalb das harte Wort des Herrn an Petrus.

Der Plan der Liebe des Vaters gehe bis zur Hingabe des eingeborenen Sohnes am Kreuz, um die Menschheit zu retten. Kreuzesnachfolge beinhalte aber den  für den Menschen nötigen Weg des Sich-Verlierens, ohne den es dem Menschen nicht möglich sei, sich zu finden.

Der Christ folge dem Herrn nach, wenn er mit Liebe das eigene Kreuz annehme, das in den Augen der Welt als eine Niederlage und ein „Verlust des Lebens“ erscheine. Aber gerade das Verleugnen seiner selbst im liebevollen und geduldigen Kreuztragen schenke dem Menschen das wahre Leben, indem er an Christi Kreuz Anteil gewinne.

In seinen Grüßen an die deutschsprachigen Pilger wies der Papst auf den heiligen Augustinus hin, dessen Gedenktag an diesem Sonntag gefeiert wurde. Er habe dem Menschen die ewige Freude versprochen, wenn er sich mit jenem verbinde, der ewig sei.

„Glücklichsein ist der tiefste Wunsch jedes Menschen. Gott allein schenkt diese unverlierbare Freude“, so der Papst.

In seinen französischsprachigen Grüßen forderte der Heilige Vater dazu auf, sich von dem Willen Gottes umwandeln zu lassen, was eine Bekehrung des Herzens erfordere.

In englischer Sprache ermutigte er in besonderen Grüßen an die Studenten des päpstlichen Nordamerikanischen Kollegs, keine Angst davor zu haben, sein Leben vollkommen in Gottes Hände zu legen und das Kreuz mit Glauben und Mut anzunehmen. [jb]