Kritik aus dem Vatikan an Medizinnobelpreis

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ROM, 5. Oktober 2010 (ZENIT.org).- Der Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben, Ignazio Carrasco de Paula, hält es für „vollkommen unangemessen", dem britischen Mediziner Robert G. Edwards' von der Universität Cambridge den Medizinnobelpreis für seine Arbeit auf dem Gebiet der künstlichen Befruchtung zuzuerkennen. Wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtet, kritisiert der spanische Bischof, dass Edwards Arbeit einen Markt für menschliche Eizellen geschaffen habe und das Problem aufwerfe, dass Menschen im Embryoalter eingefroren würden.

Am Montag war bekannt geworden, dass Edwards den Medizinnobelpreis 2010 erhält. Als einen Meilenstein in der Entwicklung der modernen Medizin hatte das Nobelkomitee seine Forschungen bezeichnet. Bereits in den 1950er Jahren habe Edwards die Vision gehabt, dass In-vitro-Fertilisation zur Behandlung von Unfruchtbarkeit eingesetzt werden könne, die weltweit jedes zehnte Paar betreffe.

„Er arbeitete systematisch daran, sein Ziel zu erreichen, entdeckte wichtige Grundlagen der menschlichen Befruchtung, und hatte Erfolg dabei, menschliche Eizellen in Versuchsröhrchen (oder präziser in Zellkulturschalen) zu befruchten. Seine Bemühungen wurden schließlich am 25. Juli 1978 vom Erfolg gekrönt, als das erste Versuchsröhrchenbaby geboren wurde", sagte das Komitee. Die Entwicklung des 1925 im englischen Manchester geborenen Edwards führte zur Geburt von vier Millionen Kindern. (mk)