Kroaten lehnen gleichgeschlechtliche Ehe per Volksentscheid ab

Zwei Drittel aller Wähler wollen Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau definiert haben

Zagreb, (ZENIT.org) | 272 klicks

Durch eine Volksabstimmung haben die Bürger Kroatiens den Begriff einer „gleichgeschlechtlichen Ehe“ abgelehnt.

Zwei Drittel aller Wähler (65,8 Prozent) haben eine Verfassungsänderung approbiert, die eine feste Definition des Begriffs „Ehe“ als Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau vorsieht.

Die Volksabstimmung, die am Sonntag, dem 1. Dezember stattfand, wurde angesetzt, nachdem die Petition einer katholischen Gruppe, die sich „Im Namen der Familie“ nennt, die gesetzliche Mindestzahl von 700.000 Unterschriften bekommen hatte.

Die Volksabstimmung, bei der die Bürger aufgefordert wurden, entweder für „Ja“ oder für „Nein“ zu stimmen, stellte den Wählern die klare Frage: „Sind Sie damit einverstanden, dass ‚Ehe‘ die Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau bedeutet?“ Fast 90 Prozent der etwa 4,4 Millionen kroatischer Bürger sind katholisch. Auch 104 der insgesamt 151 Parlamentarier des Landes stimmten für „Ja“.

Die Regierung und einige Menschenrechtler-Gruppen waren stark gegen eine solche Ablehnung der „gleichgeschlechtlichen Ehe“. Präsident Ivo Josipovic erklärte, er sei enttäuscht, habe aber mit diesem Wahlergebnis gerechnet.

Sprecher von „Im Namen der Familie“ ließen verlauten, der Erfolg dieser Volksabstimmung sei umso größer, als Regierung und Medien versucht hätten, die Wahl zu boykottieren.

Die Mitglieder dieser katholischen Initiative berichteten, sie seien in der Phase der Unterschriftensammlung kritisiert, beschimpft und sogar körperlich attackiert worden. Ihre Gegner sollen sogar versucht haben, die Unterschriftenliste zu verbrennen.

„Der Anfang dieser Initiative wurde seitens eines beachtlichen Teils der führenden kroatischen Politiker öffentlich der Lächerlichkeit preisgegeben, besonders durch Mitglieder der regierenden linken Koalition, aber auch durch einige Journalisten im staatlichen Fernsehen, die unsere Petition als ‚diskriminierend‘, ‚rückständig‘ und ‚mittelalterlich‘ bezeichneten und manchmal geradeheraus behaupteten, wir wollten unserem Land eine ‚religiöse Doktrin‘ aufzwingen“, erklärte ein Informant.

Die rechte Oppositionspartei HDZ unterstützte die Volksabstimmung zum Teil.