Kultur der Begegnung überwindet Vorurteile und Trennung

Papst Franziskus empfängt den Katholikos Moran Baselios Marthoma Paulose II

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 347 klicks

Papst Franziskus erklärte während des gestrigen Treffens mit Moran Baselios Marthoma Paulose II,  dem Katholikos der Malankara syrisch-orthodoxen Kirche, es sei notwendig, eine „Kultur der Begegnung“ zu fördern, um weiterhin auf eine Einheit hinarbeiten zu können.

Die Malankara syrisch-orthodoxe Kirche ist eine altorientalische Kirche in Südindien mit etwa 2,5 Millionen Mitgliedern. Sie führt ihren Ursprung und ihre Erstmission auf den Apostel Thomas und eine ununterbrochene Sukzession zurück. Ihre Mitglieder sind die Thomaschristen, von den es acht unterschiedliche Kirchen gibt.

Papst Franziskus unterstrich bei dem Treffen, dass es der Glaube sei, der die beiden Kirchen miteinander verbinde, auch wenn sie noch nicht die Eucharistie miteinander feiern könnten. Der Glaube sei es, der sie dazu antreibe, mit dem ökumenischen Bemühen fortzufahren, mit Begegnungen und einem Dialog, hin zu einer vollkommenen Gemeinschaft. Der Pontifex erinnerte an all die gemeinsamen Schritte der vergangenen 30 Jahre, die zu einem Fortschritt in der brüderlichen Liebe und im theologischen Dialog geführt hätten, bis hin zur Einrichtung einer Kommission und des Abkommens von 1990. Die Kommission fahre mit ihrer wichtigen Arbeit stetig fort und habe zu bedeutenden Schritten beispielsweise bei der gemeinsamen Nutzung von Kultusgebäuden und Friedhöfen und der gegenseitige Bewilligung spiritueller und sogar liturgischer Ressourcen in spezifischen pastoralen Situationen geführt.

„Ich wollte an verschiedene Etappen der Annäherung der vergangenen 30 Jahre erinnern, weil ich denke, dass es wichtig ist, auf dem ökumenischen Weg mit Vertrauen auf die abgeschlossenen Schritte zu schauen. So können Vorurteile und Verschlossenheit überwunden werden, die ein Teil der ‚Kultur der Konfrontation‘ sind. Sie ist die Quelle der Trennung. Man muss der ‚Kultur der Begegnung‘ Raum schaffen, die uns gegenseitiges Verständnis lehrt. Allein können wir dies jedoch nicht leisten; unsere Schwächen und Armseligkeit verlangsamen den Prozess. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Gebete zu intensivieren, denn nur der Heilige Geist kann mit seiner Gnade und mit seinem Licht, seiner Wärme, unsere Kaltherzigkeit erwärmen und unsere Schritte hin zu einer wachsenden Brüderlichkeit führen.“

Am Ende der Begegnung sprach Papst Franziskus folgendes Gebet:

„Der Heilige Geist erleuchte uns weiterhin und führe uns zur Versöhnung und zu Harmonie, auf dass wir alle Trennung und Rivalität, die unsere Vergangenheit gezeichnet haben, überwinden. Heiligkeit, gehen wir diesen Weg gemeinsam, und schauen wir voller Vertrauen auf den Tag, an dem wir mit der Hilfe Gottes am Altar Christi vereint sein werden, in der Gesamtheit der Eucharistie. Beten wir einer für den anderen, und bitten wir um den Schutz des heiligen Petrus und des heiligen Thomas für die Herde, deren pastorale Pflege uns anvertraut wurde. Mögen die, die gemeinsam für das Evangelium gearbeitet haben, unter uns vermitteln und den Weg unserer Kirchen begleiten.“