Kultur setzt ein Zeichen gegen Gewalt der Taliban

Rund 300 Objekte aus dem Nationalmuseum in Kabul restauriert

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 232 klicks

Die Afghanen setzen sich mit ihrer Kultur gegen die Taliban zur Wehr. So titelte am 15. Januar 2014 der „Osservatore Romano“ in einem Artikel (15/01/2014), der darüber berichtet, dass rund 13 Jahre nach den Angriffen der Miliz 300 von 2.500 bedeutendsten Stücken aus dem Nationalmuseum in Kabul rekonstruiert und restauriert worden seien. Viele weitere Stücke werden folgen. Das Museum war von den Taliban bombardiert und geplündert worden. Rund 70 Prozent des Museumsbestandes galten als zerstört oder geraubt.

„Es gibt viele wunderschöne Stücke“, berichtet Omara Khan Masoudi, Direktor des Museums, über die von Interpol und der UNESCO geförderte Maßnahme, die Raubkunst an ihren Ursprungsort zurückzuführen. 857 Objekte von teils unschätzbarem Wert fanden auf diese Weise ihren Weg zurück in ihre Heimat; weitere 11.000 Objekte wurden von Zollbehörden an der afghanischen Grenze beschlagnahmt. Dem Direktor und seinen Mitarbeitern war es zum Glück gelungen, einige der bedeutendsten Schätze des Museums zu bergen und zu verstecken, so dass sie vor Plünderung und Zerstörung sicher waren.

In Zukunft werden dank der Unterstützung des Orientalischen Instituts der Universität von Chicago alle Objekte des Museums in einer Datenbank erfasst werden. Auch ein neuer Museumssitz ist geplant, für den aber noch die finanziellen Mittel fehlen.