Kunissa von Andechs (10./11. Jahrhundert)

Selige und Wohltäterin

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 283 klicks

Kunissa wurde im 10. Jahrhundert in Öhningen am Bodensee geboren. Sie war eine Tochter des Grafen Kuno. Nachdem ihr Mann während der Pilgerfahrt ins Heilige Land verstorben war, soll sie in Dießen am Ammersee eine dem heiligen Stephan geweihte Kirche und ein Stift haben errichten lassen. Die Legende berichtet, dass Kunissa täglich dort die Messe besucht und sich die Kirchentüre bei ihrem Nahen von selbst geöffnet habe.

Kunissa starb am 6. März 1020. Sie fand ihre letzte Ruhestätte in der Kirche St. Stephan. Auf einer Gedenkplatte aus der Kirche, die sich heute im Bayerischen Nationalmuseum befindet, steht: „Kunigund, die Sünderin, Herrin dieses heiligen Ortes, starb während der Erbauung dieser Kirche am 6. März 1020“.

Tatsächlich gibt es wenige gesicherte Informationen über die frühen Anfänge des Klosters Dießen. Seine Gründung soll auf die Familie der Dießener Grafen zurückgehen; Graf Hartwig könnte das Kloster vor 1120 erbaut haben. Auch weitere Klostergründungen stehen im Zusammenhang mit der Familie. Das Kloster Dießen jedoch überdauerte nur kurze Zeit. Bereits im 14. Jahrhundert fiel es den Kriegswirren und der Pest zum Opfer. Als die Grafen von Andechs (Dießen) ausstarben, gelangte das Herrschaftgebiet der Grafen in den Besitz der Familie Wittelsbach. Nach einer wechselhaften Geschichte im Laufe der Jahrhunderte erwarben schließlich 1867 die Landsberger Dominikanerinnen das Kloster, in der sie eine Mädchenschule einrichteten. Ihre heutige Tätigkeit beschreiben die Schwestern: „Wir beteiligen uns an der Pfarreiarbeit, vor allem durch Krankenbesuchsdienst und Trauerbegleitung. Im Kloster bieten wir Gastfreundschaft, damit verbunden die Möglichkeit zu geistlichen Gesprächen und Einzelexerzitien. Über 50 Jahre haben wir hier eine Mädchenrealschule geführt. Heute liegt die Schule in der Trägerschaft des Schulwerks der Diözese Augsburg.“

1917 kauften die Vizentinerinnen von Augsburg die Konventsgebäude südlich der Kirche, in der heute in einem Heim ältere Schwestern der Vizentinerinnen untergebracht sind.