Kurienkardinal Walter Kasper: Auf das schauen, „was die Erklärung positiv über die evangelischen Kirchen sagt“

Glaubenskongregation will Ökumene fördern

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ROM, 11. Juli 2007 (ZENIT.org).- Kardinal Walter Kasper, Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, weist darauf hin, dass das neue Dokument der Kongregation für die Glaubenslehre zur Lehre über die Kirche, das am Dienstag veröffentlicht wurde und bei evangelischen Christen auf Unverständnis stieß, den ökumenischen Dialog nicht behindere, sondern fördere.



Das Dokument sage nicht, „die evangelischen Kirchen seien keine Kirchen, sondern sie seien keine Kirchen im eigentlichen Sinn, das heißt sie sind nicht in dem Sinn Kirchen, wie die katholische Kirche sich als Kirche versteht“, heißt es in einer entsprechenden Erklärung des Präsidenten des Dikasteriums, das am 5. Juni 1960 als „Sekretariat“ eigens dazu eingerichtet wurde, um unermüdlich auf das Ziel der christlichen Einheit hinzuarbeiten.

„Die evangelischen Kirchen wollen gar nicht Kirche im Sinn der katholischen Kirche sein“, fährt Kardinal Kasper fort. „Sie legen Wert darauf, ein anderes Kirchen- und Amtsverständnis zu haben, das Katholiken wiederum nicht für das eigentliche halten.“

Kardinal Kasper lädt alle Seiten dazu ein, nicht zu überlesen, „was die Erklärung positiv über die evangelischen Kirchen sagt, nämlich dass Jesus Christus in ihnen zum Heil ihrer Glieder wirksam gegenwärtig ist“. Darüber hinaus bittet er darum, das neue Dokument als „dringliche Einladung zu einem sachbezogenen weiterführenden Dialog“ zu betrachten.