Kurzbesuch des Papstes im „Institut de France“

„Wissenschaft ohne Gewissen ist nichts als der Ruin der Seele!“

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PARIS, 13. September 2008 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen die offizielle Übersetzung der Ansprache, die Papst Benedikt XVI. heute, Samstag, beim Besuch des Pariser Institut de France gehalten hat.

„Auf meinem intellektuellen Weg hatte die Begegnung mit der französischen Kultur eine einzigartige Bedeutung“, erklärte der Heilige Vater. Er regte zur Weiterführung einer Forschungsinitaitive an, die für eine Wissenschaft mit Gewissen eintritt.

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Sehr geehrter Herr Kanzler,
meine Dame und meine Herren Ständige Sekretäre der Fünf Akademien,
meine Herren Kardinäle,
liebe Mitbrüder im Bischofs- und Priesteramt,
liebe Akademiemitglieder, sehr geehrte Damen und Herren!

Es ist mir eine sehr große Ehre, heute Vormittag unter der „Kuppel“ empfangen zu werden. Ich danke Ihnen für die höflichen Worte zur Begrüßung und für die Medaille, die Sie mir überreicht haben. Ich konnte nicht nach Paris kommen, ohne Sie persönlich zu grüßen. Dieser Anlaß ist mir sehr willkommen, um nochmals die innigen Bande zu unterstreichen, die mich mit der französischen Kultur verbinden, für die ich eine große Bewunderung hege. Auf meinem intellektuellen Weg hatte die Begegnung mit der französischen Kultur eine einzigartige Bedeutung. Gern ergreife ich daher die Gelegenheit, die sich mir bietet, um persönlich wie auch als Nachfolger Petri meine Dankbarkeit ihr gegenüber zum Ausdruck zu bringen. Die Gedenktafel, die wir soeben enthüllt haben, wird die Erinnerung an dieses Treffen bewahren.

Rabelais sagte zu seiner Zeit ganz zu Recht: „Wissenschaft ohne Gewissen ist nichts als der Ruin der Seele!“ (Pantagruel, 8). Mit dem Ziel, die Gefahr einer solchen Dichotomie zu vermeiden, haben gegen Ende Januar – und dies das erste Mal in dreieinhalb Jahrhunderten – zwei Akademien des Instituts, zwei Päpstliche Akademien und das Institut Catholique von Paris ein interakademisches Kolloquium über den Wandel der Identität des Individuums organisiert. Das Kolloquium hat das Interesse an breiten fachübergreifenden Forschungen veranschaulicht.

Diese Initiative könnte weitergeführt werden, um gemeinsam die unzähligen Pfade der Human- und der Naturwissenschaften zu erforschen. Dieser Wunsch geht mit dem Gebet einher, das ich an den Herrn richte für Sie, für alle Personen, die Ihnen teuer sind, und für die Mitglieder der Akademien, wie auch für das gesamte Personal des Institut de France. Gott segne Sie!

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