Kurzgeschichte der Bischofssynoden (Teil 1)

Von der Stärkung des Glaubens in der Weltkirche bis zur Seelsorge in den Niederlanden

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ROM, 2. Oktober 2008 (ZENIT.org).- Anlässlich der bevorstehenden zwölften ordentlichen Vollversammlung der Bischofssynode zum Thema „Das Wort Gottes im Leben und in der Sendung der Kirche“ veröffentlichen wir in diesen Tagen eine dreiteilige Kurzgeschichte der Synodalversammlungen.

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1. Erste Ordentliche Generalversammlung (29. September - 29. Oktober 1967)

Synodenväter: 197

Papst Paul VI. setzt die Ziele dieser ersten Generalversammlung selbst fest: „die Erhaltung und die Stärkung des katholischen Glaubens, seiner Integrität, seiner Kraft, seiner Entwicklung, seiner Kohärenz mit Doktrin und Geschichte“. Ein Ergebnis dieser Versammlung war der Vorschlag der Bischöfe, eine internationale Kommission von Theologen zu bilden, um die Kongregation für die Glaubenslehre zu unterstützen sowie die Unterredungen über theologische Stellungsnahmen zu erweitern. Diese Kommission wurde von Paul VI. im Jahr 1969 ins Leben gerufen. Die Synode forderte außerdem eine Überprüfung des Kodex des kanonischen Rechts von 1917, um einen stärkeren Akzent auf die Seelsorge zu setzen und ihn moderner zu formulieren. Die Arbeit wurde von Papst Paul VI. begonnen und von Papst Johannes Paul II. mit der Veröffentlichung der Neuüberarbeitung des Kodex des kanonischen Rechts von 1983 zu Ende geführt.

Auch andere pastorale Themen wurden erörtert und es wurde vorgeschlagen, dass die Bischofskonferenzen eine größere Kontrolle über die Seminare in ihrem Einzugsbereich haben sollte: 1970 schlug der Bischofs von Rom im Zuge der Bischofssynode neue Normen für Mischehen vor und billigte sie. Außerdem gab er bei der Bischofssynode seine Zustimmung für eine neue Messordnung. Sie trat 1969 in Kraft.


2. Erste Sonderversammlung (11. September - 28. Oktober 1969)

Synodenväter: 146

Auf der Tagesordnung dieser außerordentlichen Generalversammlung stand die Suche und Analyse von Mitteln und Wegen, um das Zusammenwirken von Bischöfen und Papst in die Praxis umzusetzen, ein Thema, das in den Erklärungen zur Kirche während des II. Vatikanischen Konzils große Aufmerksamkeit fand. Diese Versammlung öffnete die Tore zu einer engeren Zusammenarbeit zwischen den Bischöfen und dem Heiligen Vater, zum Wohl der Seelsorge der Weltkirche.

Die Schwerpunkte dieser beiden Versammlungen betrafen: 1.) die Kollegialität der Bischöfe mit dem Papst; 2.) die Beziehung der Bischofskonferenz zum Papst und zu den einzelnen Bischöfen.

Verschiedene Vorschläge wurden dem Papst nacheinander vorgelegt, drei davon fanden sofort Aufmerksamkeit: 1.) dass die Synode in regelmäßigen Abständen zusammentreffen sollte (zunächst alle zwei Jahre, dann alle drei Jahre); 2.) dass das Generalsekretariat zwischen zwei Synodenversammlungen organisationsfähig und operativ sei; 3.) dass es den Bischöfen erlaubt sei, Themen für zukünftige Versammlungen vorzuschlagen.

Zwischen der zweiten und der dritten Generalversammlung wurde ein Sekretariatsrat gebildet, der aus 12 gewählten Bischöfen und drei vom Papst ernannten Mitgliedern bestand. Dieser Rat traf sich das erste Mal vom 12. bis 15. Mai 1970 und hatte die Aufgabe, die Kontakte mit den Bischofskonferenzen zu erleichtern und die Agenda für die darauf folgenden Versammlungen vorzubereiten. Nach diesem Treffen fand eine weltweite Generalbefragung aller Bischöfe statt, um über Themen der zukünftigen Versammlungen zu entscheiden. (Diese Befragung findet jetzt am Ende jeder Synodenversammlung statt). Von diesem Zeitpunkt an ist der Rat des Generalsekretariats der Bischofssynode, der während jeder Synode im Hinblick auf die folgende gewählt wird, ein permanenter Bestandteil des Generalsekretariats geworden.


3. Zweite Ordentliche Generalversammlung (30. September - 6. November 1971)

Synodenväter: 210

Thema: „Das Amtspriestertum und die Gerechtigkeit in der Welt“

Während dieser Synode der wurde über das Priesteramt und die Gerechtigkeit in der Welt diskutiert. Während der Besprechungen lobten die Bischöfe die Hingabe der Priester auf der ganzen Welt bei ihrem Priesteramt des Wortes und des Sakramentes und auch ihr seelsorgerisches Wirken im Apostolat. In der Diskussion wurde auch über die vielen Schwierigkeiten hingewiesen, auf die die Priester bei der Ausübung ihres Amtes treffen.

Außerdem befassten sich die Bischöfe mit dem Thema Gerechtigkeit und wiesen diesbezüglich auf die Notwendigkeit hin, die Frohe Botschaft unter Berücksichtigung der weltweiten und der jeweiligen lokalen Bedingungen zu verkünden. Als Antwort darauf erstellten sie ein Acht-Punkte-Programm und empfahlen den Ortskirchen, die Erziehung als auch die ökumenische Zusammenarbeit in Hinblick auf das Thema Gerechtigkeit zu fördern.


4. Dritte Ordentliche Generalversammlung (27. September - 26. Oktober 1974)

Synodenväter: 209

Thema: „Die Evangelisierung in der modernen Welt“

Während dieser Versammlung unterstrichen die Bischöfe erneut den essentiellen Missionscharakter der Kirche und die Pflicht jedes Gläubigen, Zeuge Christi in der Welt zu sein.

Zusammen mit diesem Thema wurde das Thema der Befreiung behandelt. Es ist eng mit der Evangelisierung verknüpft, die den Menschen von seinen Sünden befreien soll. Die Empfehlungen und Vorschläge der Bischöfe, die dem Papst vorgetragen wurden, dienten als Grundlage für die Formulierung des Apostolischen Schreibens „Evangelii Nuntiandi“.


5. Vierte Generalversammlung (30. September - 29. Oktober 1977)

Synodenväter: 204

Thema: „Katechese in unserer Zeit“

Im Lauf der Unterredungen drückten die Bischöfe ihre große Sorge bezüglich der Katechese für Kinder und junge Menschen aus. Die Ergebnisse wurden in einer Reihe von 34 Vorschlägen, so genannten „Propositionen“, und über 900 Empfehlungen zu diesem Thema zusammengefasst. Aus allen Vorschlägen wurden sechs Themengebiete zusammengestellt: Die Wichtigkeit der katechetischen Erneuerung; die Natur der wahren Katechese; die Person die in der Katechese mitwirken; die Notwendigkeit einer ständigen Katechese für alle Christen; die Mittel und Wege der Katechese; die besonderen Aspekte, die die Katechese betreffen.

Bei dieser Gelegenheit fassten die Bischöfe zum ersten Mal eine Synodenerklärung mit dem Titel „Die Botschaft Gottes für die Menschen“ ab. In dieser Botschaft zeigten die Bischöfe auf, dass Christus im Mittelpunkt der Heilsbotschaft und damit auch der Katechese steht. Gleichzeitig betonten sie, dass alle Christen die Pflicht haben, Christus zu verkünden.

Kurz nach Abschluss dieser Synode veröffentlichte Papst Johannes Paul II das Apostolische Schreiben über die Katechese in unserer Zeit, Catechesi tradendae, das zahlreiche Vorschläge und Anregungen der Bischöfe enthält.


6. Sonderversammlung für die Niederlande (14. - 31. Januar 1980)

Synodenväter: 19

Thema: „Die Situation der Seelsorge in den Niederlanden“

Im Mittelpunkt der Arbeiten der Sondersynode für die Niederlande („Hollandsynode“), die in Rom stattfand, standen die verschiedenen Aspekte bezüglich der Gemeinschaft der Kirche auf lokaler als auch auf weltweiter Ebene, insbesondere die Rolle des Bischofs als Lehrer des Glaubens und Hirte der Seelen in der eigenen Diözese und seine Rolle innerhalb der Bischofskonferenz. Am Schluss fasste die Versammlung einige Beschlüsse, die das Priesteramt betreffen sowie das religiöse Leben, die Mitwirkung der Laien in der Sendung der Kirche, die Sakramente und die Liturgie, die Katechese und den Ökumenismus. Ein eigens am Ende dieser Sondersynode gebildeter Synodenrat diente der Beobachtung der Situation der Seelsorge und zur Förderung der Ausführung der synodalen Beschlüsse.