Kustos des Heiligen Landes zur Vorbereitung der Geburtsfeier Jesu Christi in Bethlehem

Präsident Mahmoud Abbas hat erfolgreich zwischen Konfessionen vermittelt

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BETHLEHEM, 4. Dezember 2009 (ZENIT.org).- In Vorbereitung auf die Geburtsfeier Jesu Christi hat der Kustos des Heiligen Landes, Franziskanerpater Pierbattista Pizzaballa, die traditionelle feierliche Eröffnungsprozession nach Bethlehem geleitet, dem Geburtsort Jesu. Die Kustodie betont in einer Stellungnahme, dass diese Eröffnung einerseits sehr formal abläuft, aber zugleich einen geselligen Charakter habe, um den Menschen dort nahe zu sein. „Die örtliche Bevölkerung erfährt es als ein Zeichen der Aufmerksamkeit, die den Menschen in Bethlehem seit Jahrhunderten durch die Kustodie zuteil wird, und durch ihre Gegenwart haben die Menschen die Gelegenheit ihr offiziell in der Person des Kustos zu danken," heißt es in der Erklärung.

Die Prozession findet traditionell am Sonntag nach dem Fest der heiligen Katharina von Alexandria am 26. November statt, der Patronin der Bethlehemer Pfarrkirche. Der Kustos hielt dabei auch am Mar Elias Kloster an, wo er von den Bürgermeistern und anderen Repräsentanten der umliegenden Städte Beit Sahour und Beit Jala, begrüßt wurde.

Die Prozession verlief entlang der „Straße der Patriarchen", die über den Kontrollpunkt, der sonst zu passieren wäre, hinweg führt, und entlang eines traditionellen Wegs an Rahels Grab entlang. Auf dem Manger-Platz traf Pater Pierbattista Pizzaballa den Gemeindepfarrer Samuel Fahim und örtliche Behördenvertreter. Der Kustos grüßte den Superior der griechisch-orthodoxen Mönche und ging durch die Pforte der Demut in das Franziskaner-Kloster.

Der Hüter des Heiligtums, Bruder Jerzy Kraj, empfing die Prozession in der Sankt-Katharina-Kirche. Im Abend, während der Vesper, wurde die Adventskerze angezündet. In diesem Jahr, so heißt es in der Stellungnahme, hat die Feier eine besondere Bedeutung, da die Franziskaner das 800. Jubiläum der Ordensgründung begehen. „Wir möchten, dass dieses Licht leuchte wie die Sonne, um uns den Weg zu unserer eigenen Heiligung zu leuchten, damit die Gabe des Evangeliums, das die Grundlage unseres Ordens ist, jedem zuteil werde."

Die Sonntagsmesse brachte eine große Menschenmenge zusammen. Nachdem der Kustos die Messe zelebriert hatte, verlieh er die Grato Animo Medaille an zwei polnische Ritter vom Heiligen Grab, die die Renovierung der Pfarrkirche unterstützt hatten. Pater Pierbattista Pizzaballa traf sich auch traditionsgemäß mit dem Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmoud Abbas, um ihn für den Weihnachtsabend zur Mitternachtsmesse einzuladen.

Bei dem Treffen überreichte der Präsident dem Kustos ein „Geschenk" für die Geburtskirche. Das Dach ist stark beschädigt und die Renovierungsarbeiten sind unterbrochen worden, aufgrund der Unstimmigkeit verschiedener Konfessionsvertreter. Der Palästinenserpräsident holte alle Beteiligten an einen Tisch und vermittelte zwischen ihnen. Heraus kam dabei eine Übereinkunft, die einhellig Zustimmung fand. So kann nun in den nächsten paar Monaten endlich mit den Ausbesserungsarbeiten begonnen werden.(mk)