L'Osservatore Romano, „einzigartige Tageszeitung“ und „Stimme des Papstes“

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ROM/BARCELONA, 29. August, 2007 (ZENIT.org).- Die beste Definition der halb-offiziellen Tageszeitung des Vatikans habe Papst Johannes Paul II. gegeben, als er sie als die „Stimme des Papstes“ bezeichnete, erklärt Universitätsprofessor Salvador Aragonés, der den L’Osservatore Romano in seiner Doktorarbeit näher untersucht hat.



Gegenüber ZENIT bezeichnete der ehemalige Rom-Korrespondent von „Europa Press“ und jetzige stellvertretende Dekan der literarischen Fakultät der Internationalen Universität von Katalonien (Spanien) die Zeitung als „einzigartig“. „Die Tageszeitung lebt praktisch von ihren Abonnements, und ihre Leserschaft ist sehr einflussreich. Es handelt sich um die einzige Tageszeitung eines Staates, und der Chefredakteur wird direkt vom Papst ernannt.“

Auch wenn die tägliche Ausgabe des Osservatore in italienischer Sprache erscheine und alle Redakteure Italiener seien, zähle das Blatt dennoch nicht zu den „italienischen Tageszeitungen“ – da es außerhalb Italiens veröffentlicht werde.

Inhaltlich geht es nach Worten des spanischen Gelehrten um den Heiligen Vater und die Positionen des vatikanischen Staatssekretariats in internationalen Angelegenheiten. „Aus Sicht der spezifischen Nachrichten über den Vatikan – im Abschnitt ‚Nostre Informazioni‘ (Unsere Informationen) – und über den Heiligen Vater könnte sie den Anspruch erheben, eine offizielle Tageszeitung zu sein, aber lediglich in diesen beiden Sparten. Der übrige Inhalt – eine große Anzahl von Artikeln und Berichten, seien sie nun religiöser Natur oder befassten sie sich mit internationaler Politik – könnte als halb-offiziell betrachtet werden, weil er nicht den offiziellen Standpunkt des Staatssekretärs oder des Papstes darlegt.“ Selbstverständlich werde die offizielle Linie dabei niemals verlassen, fügte Aragonès hinzu.

Er betonte abschließend, dass der Osservatore Romano seine Zielsetzungen bestens erfülle: „Er täuscht nicht, kommt seinen treuen Lesern entgegen, gibt die Aktivität des Papstes sehr sorgfältig wieder und ist gerade, was kontroverse Fälle angeht, ‚Lautsprecher‘ der Lehre der Kirche in der öffentlichen Arena.“