Lady Ashton: Sich auf eine Religion zu beziehen ist „politisch inkorrekt“

Christen in der EU machen Druck: Außenminister müssen Christenverfolgung eindeutig verurteilen

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BRÜSSEL, ROM, 16. Februar 2011 (ZENIT.org).- In einem Aufruf fordern jetzt christliche Initiativen die Verurteilung von Christenverfolgung durch die EU-Außenminister. Die Brüsseler Organisation European Dignity Watch ruft dazu auf, Appelle an die Politiker zu senden. European Dignity Watch hat sich die Verteidigung des menschlichen Lebens, der Familie und der Grundfreiheiten auf die Fahnen geschrieben.

Hintergrund der Aktion ist das jüngste Treffen der EU-Außenminister in Brüssel am 31. Januar. Dabei vermochten sich die Regierungsvertreter der EU nicht auf eine gemeinsame Stellungnahme zur Verurteilung der Grausamkeiten gegen christliche Minderheiten in Ägypten und im Irak zu einigen.

Diese fehlende Konsequenz wiegt umso schwerwiegender, weil es einen eindeutigen Beschluss des Europäischen Parlaments (EP) vom 20. Januar und eine gleichermaßen unmissverständliche Empfehlung des Europarats (CoE) vom 27. Januar gibt. Mit Nachdruck wird darin gefordert, die dramatische Zunahme von Angriffen auf christliche Minderheiten im Nahen Osten, Afrika und Asien zu verurteilen.

Als Begründung sagte Lady Catherine Ashton, sich auf eine Religion zu beziehen sei „politisch inkorrekt". Fünf Außenminister befürworteten und verteidigten die Weigerung der EU-Repräsentantin, in der gemeinsamen Stellungnahme Christen zu erwähnen: Luís Filipe Marques Amado (Portugal), Trinidad Jiménez (Spanien), Jean Asselborn (Luxemburg), Brian Cowen (Irland, vertreten durch seinen ständigen Vertreter) und Markos Kyprianou (Zypern).

"Dies ist umso erstaunlicher, als die beiden jeweils im Plenum abgestimmten Stellungnahmen des Europaparlaments und des Europarats keine Zweifel daran lassen, dass es eine explizite Verurteilungen von Gewalttaten gegen Christen im Mittleren Osten geben muss", heißt es am Mittwoch in einer Erklärung von "Europe 4 Christ". "Die Außenminister von Italien, Frankreich, Ungarn und Polen unterstützten nachdrücklich die Notwendigkeit einer eindeutigen Verurteilung".

Der italienische Außenminister Franco Frattini sprach von einem "Exzess des Säkularismus". Der Maltesischen MdEP David Casa fragte in einer Pressemitteilung: "Wie ist es möglich, diese Gräueltaten ohne jegliche Erwähnung der Opfer angemessen zu verurteilen? Wir sind unfähig geworden, Angriffe auf unsere Mitchristen zu verurteilen - was für ein trauriger Tag für Europa!"

Weil das Thema wird am 21. Februar erneut von den Außenministern diskutiert wird, fordern die Initiativen auf, den jeweiligen Außenministern in Vorbereitung auf die Debatte am 21. Februar zu schreiben.

Die Adressen der jeweiligen EU-Abgeordneten findet man hier.