Lage der Christen im Heiligen Land verschärft sich

Internationales Bischofstreffen in Bethlehem, Gaza und Amman beendet

Bonn, (ZENIT.orgDBK PM) | 1009 klicks

In Bethlehem ist heute das 13. Internationale Bischofstreffen im Heiligen Land zu Ende gegangen, zu dem sich vom 5. bis 10. Januar 2013 Vertreter von neun europäischen und nordamerikanischen Bischofskonferenzen sowie aus Südafrika versammelt hatten. Gastgeber des Treffens war die Versammlung der katholischen Bischöfe im Heiligen Land unter Leitung des Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Fouad Twal. Im Mittelpunkt der Begegnungen und Gespräche standen die dramatischen Entwicklungen, die der Vordere Orient im zurückliegenden Jahr erlebt hat, und die schwieriger werdende Lage der Christen.

Bischof Dr. Stephan Ackermann, Leiter der deutschen Delegation, zeigte sich beeindruckt von der Entschlossenheit der kleinen katholischen Gemeinde im Gaza-Streifen, das tägliche Leben unter den widrigen Umständen zu meistern. Der Bischof konnte sich ein Bild machen von der Zerstörung öffentlicher Gebäude während der jüngsten Auseinandersetzungen zwischen der Hamas‑Führung in Gaza und Israel. „Dramatischer als die sichtbaren Schäden ist die Traumatisierung vor allem der Kinder durch die israelischen Luftschläge“, erklärte Bischof Ackermann nach Gesprächen mit Kirchenvertretern vor Ort.

Über die Lage der syrischen und irakischen Flüchtlinge in Jordanien, die inzwischen die Zahl von 500.000 überschritten hat, informierten sich die Bischöfe in Zarqa bei Amman. Dort entfalten die örtlichen christlichen Gemeinden und die Caritas umfangreiche Hilfsaktivitäten zugunsten Tausender bedürftiger Familien. Bischof Ackermann appellierte an die deutsche Regierung, zusammen mit den EU-Partnern in ihrer Unterstützung der Aufnahmeländer nicht nachzulassen.

Einen Fokus des diesjährigen Treffens bildete der fortgesetzte israelische Siedlungsbau in den besetzten Gebieten. Die Bischöfe besuchten die Gemeinde von Cremisan, die durch den geplanten Abschluss der Trennmauer auseinandergerissen zu werden droht. Falls der „Sicherheitszaun“ nach den Vorstellungen des israelischen Militärs gebaut wird, werden die Kinder ihre Schule nicht mehr besuchen können, viele Familien ihre Felder verlieren und die Angestellten in den Weinbergen ihre Arbeitsplätze nicht mehr erreichen. Dazu erklärte Bischof Ackermann: „Es wäre dramatisch für beide Völker, Israelis wie Palästinenser, wenn durch die Fortsetzung dieser Art von Siedlungspolitik eine Zwei-Staaten-Lösung – wie sie auch Papst Benedikt in seiner Ansprache an das Diplomatische Corps jüngst wieder angemahnt hat – unmöglich gemacht würde.“ Er habe viel Ernüchterung und Frustration bei seinen Gesprächen gespürt. „Gleichzeitig spürt man im Gespräch mit denen, die sich in den christlichen Kommunitäten engagieren, die Kraft des Glaubens und auch das Anliegen friedlichen Zusammenlebens. Wir müssen also weiter mithelfen, dass christliches Leben weiterhin hier stattfinden kann, dass christliche Gemeinschaften an den Wiegen der Christenheit bestehen bleiben“, so Bischof Ackermann.