Land Tirol hat Herz-Jesu-Gelöbnis erneuert

Jesuiten luden zur „Langen Nacht der wachenden Herzen“

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INNSBRUCK, 19. Juni 2007 (ZENIT.org).- Das österreichische Bundesland Tirol erneuerte am Sonntag im Rahmen eines Festgottesdienstes mit dem Innsbrucker Diözesanbischof Manfred Scheuer sein Herz-Jesu-Gelöbnis.



Die öffentliche Erneuerung des Gelöbnisses aus dem Jahr 1796 findet jedes Jahr statt. Damals hatten die Tiroler Landstände das Land aufgrund der Kriegsgefahr unter den besonderen Schutz des heiligsten Herzens Jesu gestellt. Dabei spielte die Förderung der Herz-Jesu-Verehrung durch die Jesuiten eine wesentliche Rolle. Sie ist auch der Grund dafür, dass der ausdruckstarke Festakt in der Jesuitenkirche in Innsbruck stattfindet. An einem Seitenaltar der Barockkirche befindet sich nämlich eine bedeutsame Kopie des Herz-Jesu-Bildes, das der Künstler Pompeo Girolamo Battoni 1767 im Auftrag der Jesuiten für die „Iglesia del Gesu“ in Rom schuf.

Die Jesuiten in Innsbruck bringen ihre besondere Herz-Jesu-Verbundenheit jedes Jahr mit einer Festmesse und einer Festakademie zum Herz-Jesu-Fest zum Ausdruck. Als Vortragende war diesmal die bekannte Theologin und Religionsphilosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz geladen. Sie sprach am 15. Juni im Collegium Canisianum zum Thema „Von der Gabe zum Geber – Nachdenken im Grenzgebiet von Philosophie und Theologie“.

Ein besonderer Höhepunkt wurde die „Nacht der wachen(den) Herzen“, zu der die Jesuiten und die Theologische Fakultät Innsbruck von Samstag auf Sonntag in die Innsbrucker Jesuitenkirche eingeladen hatten. In den Abendstunden ermutigten Hunderte von Kerzen in Form eines überdimensionalen Herzenslabyrinths, die auf dem Vorplatz der Innsbrucker Jesuitenkirche aufgestellt waren, die Bewohner der Stadt, aber auch neugierige Nachtschwärmer und Touristen, sich Schritt für Schritt in die Mitte des Herzens vorzuwagen. Hunderte durchschritten es und folgten der Einladung, im Innenraum der Kirche zu verweilen.

Die Gebetsnacht begann um 22.00 Uhr mit einem Abendlob und endet mit einer Messfeier um 6.00 Uhr früh. Um 23.00 Uhr hielt der Kirchenrektor, P. Robert Locher SJ, einen Vortrag zum Thema „Herz Jesu, Symbol einer von Gott geliebten Welt“.

Der Besucherstrom riss auch während des Nachtkonzertes um 24.00 Uhr, den folgenden Anbetungszeiten und der liturgischen Tänze um 3.00 Uhr nachts nicht ab.

Professor Dr. Roman Siebenröck erklärte gegen 4.00 Uhr im Rahmen einer Bildmeditation die bewegte Geschichte des „zurückgekehrten“ Jesusbildes, das über zwei Jahre in Wien restauriert worden war. Der Innsbrucker Lehrstuhlinhaber für Katholische Dogmatik regte die Anwesenden an, eine „Beziehung von Herz-zu-Herz“ mit dem Herzen Jesu aufzunehmen.

Die Gebetsnacht mündete in den großen Festgottesdienst ein, an dem in Treue zum Herz-Jesu-Gelöbnis auch die Tiroler Landesregierung und der Landtag teilnahmen. Diese Tradition mit ihrer Selbstverpflichtung drückt sich im Tiroler-Lied aus: „Was die Väter einst gelobt, da der Kriegssturm sie umtobt: Das geloben wir aufs Neue: Jesu Herz, dir ew’ge Treue!“