Lara Katharina Fritzsche und Heidi Specogna erhalten den Katholischen Medienpreis 2013

Preisverleihung am 28. Oktober 2013 in Bonn

Bonn, (DBK PM) | 398 klicks

Der Katholische Medienpreis wird in diesem Jahr an Lara Katharina Fritzsche (Kategorie Printmedien) und Heidi Specogna (Kategorie Elektronische Medien) verliehen. Der Preis ist mit jeweils 5.000 Euro dotiert. 

Seit 2003 wird der Katholische Medienpreis jährlich in den zwei Kategorien von der Deutschen Bischofskonferenz in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft Katholischer Publizisten e.V. (GKP) und dem Katholischen Medienverband e.V. (KM.) ausgeschrieben. 

Die Preisträger wurden aus insgesamt 214 Beiträgen – 102 in der Kategorie Printmedien, 112 in der Kategorie Elektronische Medien, darunter 10 Internetbeiträge – von einer sechsköpfigen Jury unter Leitung des Vorsitzenden der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart), ermittelt. 

Kategorie Printmedien

Lara Katharina Fritzsche (Jahrgang 1984) wird für ihren Beitrag „Das Leben nach dem Tod in Utøya“, erschienen im ZEITmagazin am 12. Juli 2012, in der Kategorie Printmedien ausgezeichnet.

Amokläufe erschüttern die Öffentlichkeit zutiefst. Doch was ist mit den Überlebenden, die dem Tod ins Angesicht sehen mussten? Dieser Frage geht der Beitrag „Das Leben nach dem Tod in Utøya“ nach. Im Jahr nach dem Massaker auf der norwegischen Ferieninsel begleitet der Beitrag die 18-jährige Sofie, die um ihre beste Freundin Lejla trauert – eines der 67 Opfer des Amokschützen.

Die Autorin schafft nach Auffassung der Jury einen tiefen Einblick in die Kommunikation der Facebook-Generation, allerdings keinen oberflächlichen, sondern einen existenziellen, ohne dabei Problematisches zu verschweigen. Geradezu prophetisch schreibt Sofie am 7. Juni 2012 um 23.31 Uhr an die tote Lejla: „Ich mache es so, wie ich es dir versprochen habe. Ich lebe und genieße das Leben so gut ich kann. Es ist hart, das ohne dich zu tun, aber ich hoffe, du siehst auf mich herunter und bist stolz auf mich.“ In der Sprache der klassischen Theologie würde man das „Gemeinschaft der Lebenden und der Toten“ nennen. Gerade auch im Titel des Beitrags „Das Leben nach dem Tod in Utøya“ klingt die religiöse Dimension des Textes an, die aber nie aufdringlich wird. 

Kategorie Elektronische Medien

Heidi Specogna (Jahrgang 1959) erhält den Preis in der Kategorie Elektronische Medien für ihren Fernsehbeitrag „Carte Blanche“, ausgestrahlt in ARTE am 5. Februar 2013.

Ein Ziel des Katholischen Medienpreises ist es, die Orientierung an christlichen Werten zu fördern. Gewaltlosigkeit ist ein solcher Wert, der in dem Beitrag thematisiert wird. Es geht um Frauen, Männer und Kinder, die vergewaltigt wurden. Dörfer, die geplündert, Existenzen, die ausgelöscht wurden. Dies alles geschah zwischen 2002 und 2003 in der Zentralafrikanischen Republik. Den Befehl für diese Grausamkeiten soll Kongos Ex‑Vizepräsident Jean-Pierre Bemba gegeben haben. Bemba ermöglichte seinen Soldaten eine „Carte Blanche“ – einen Freibrief zum Plündern, Töten und Vergewaltigen. Dies versucht ihm der Internationale Strafgerichtshof nachzuweisen. Der Film zeigt in dokumentarischer Form, was Gewalt anrichtet. Er zeichnet das Leben von Menschen, die gebrochen sind. Männer, Frauen, Kinder – durch Vergewaltigung ihrer Würde und damit ihrer Zukunft beraubt. In seiner Schonungslosigkeit ist dieser Film geradezu ein Plädoyer für Gewaltlosigkeit, für ein friedliches Miteinander, für ein Ende kriegerischer Auseinandersetzungen. „Carte Blanche“ kontrastiert virtuos die Realität der Menschen in der Zentralafrikanischen Republik mit den Ermittlungen des Internationalen Strafgerichtshofs. Der ist der Überzeugung: Wenn es nicht gelingt einen anderen Umgang mit Gewalt zu finden, hat die Welt keine Zukunft. „,Carte Blanche‘ ist ein Film, der nach einem unmenschlichen Ereignis nach Menschlichkeit schreit“, so die Begründung der Jury. 

Auszeichnung „journalistisch WERTvoll“

Über die dotierten Preise hinaus vergibt die Jury für weitere herausragende Stücke die undotierte Auszeichnung „journalistisch WERTvoll“. 

Die Auszeichnung „journalistisch WERTvoll“ im Bereich Printmedien vergibt die Jury an Nikola Sellmair („Mein Großvater hätte mich erschossen“, Stern, Nr. 19, 3. Mai 2012) und Roland Schulz („Jenseits von Afrika“, Süddeutsche Zeitung Magazin, 14. Dezember 2012). 

Die Auszeichnung „journalistisch WERTvoll“ im Bereich Elektronische Medien erkennt die Jury Martin Durm zu („Bedroht, verfolgt, verjagt – Christen im Nahen Osten“, Hörfunkbeitrag SWR2 Wissen, 21. Dezember 2012). 

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, wird den Preisträgern die Auszeichnung im Rahmen eines Festaktes am 28. Oktober 2013 im LVR‑LandesMuseum in Bonn überreichen. Zu dem Festakt um 18.30 Uhr werden zahlreiche Gäste aus Kirche, Politik und Medien erwartet. 

Seit 2003 wird der Katholische Medienpreis in verschiedenen Kategorien jährlich ausgeschrieben. Zu den Mitgliedern der Jury zählen neben Bischof Dr. Gebhard Fürst in diesem Jahr Dr. Andrea Rübenacker (Deutsche Welle, Bonn), Werner Dieste (MDR Landesfunkhaus Thüringen, Erfurt), Albert Herchenbach (stadtgottes, Nettetal), Stefan Kläsener (Westfalenpost, Hagen) und Dr. Johannes Schießl (Katholische Akademie München).