"Lassen Sie uns aufeinander zugehen!"

Brief des Bischofs von Limburg, Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst, an alle Gläubigen

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 319 klicks

Am Wochenende hat sich der Bischof von Limburg, Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst, in einem Brief direkt an alle Priester und Diakone im Bistum Limburg, an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pastoral, an alle Ordensgemeinschaften, synodalen Gremien und an alle Katholiken in den Bezirken, Pastoralen Räumen und Pfarreien der Kirche von Limburg gewandt, da „es viele offene Fragen gibt und auch Unmut und Kritik.“

Der Bischof von Limburg räumt ein, dass es „kaum möglich“ sei, „in diesem Brief auf jede einzelne Frage einzugehen.“ Insbesondere die Frage nach den Kosten für das neue Bischöfliche Haus (Diözesanes Zentrum St. Nikolaus) bedürfe einer genaueren Betrachtung und Überprüfung.

Bischof Tebartz-van Elst sicherte seine volle Bereitschaft zur Aufklärung der Fragen zu und spricht an alle eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch aus: „Das Bischöfliche Haus ist unser gemeinsames Haus, und es steht Ihnen allen offen.“

Die Ereignisse der letzten Wochen seien nicht spurlos an ihm vorbeigezogen; Bischof Tebartz-van Elst erklärt weiter: „Manches, was in den letzten Wochen gesagt und geschrieben worden ist, hat mich verletzt. Anderes hat mich auch nachdenklich gemacht und dazu beigetragen, dass ich einige Entscheidungen heute mitunter in einem anderen Licht sehe. Rückblickend gibt es Dinge, die ich anders angehen würde. Auch ein Bischof ist nicht über jeden Zweifel erhaben und muss Kritik vertragen können, das ist wahr.“

Gerade aus diesem Grund sei es ihm wichtig gewesen, den Dialog zu suchen und Vertrauen aufzubauen. „Lassen Sie uns aufeinander zugehen! Ich schätze Ihre skeptischen und kritischen Fragen. Aber mehr noch brauche ich Ihr Vertrauen. Wo nur noch Verdacht und Misstrauen regieren, kann keine christliche Gemeinschaft lebendig werden.“

Bischof Tebartz-van Elst verweist in seinem Brief auf mehrere Gespräche, die er bereits zu diesem Zweck geführt habe, und bekräftigt: „Für die Zukunft brauchen wir beides: Dialog und Einheit. Bischöflicher Dienst besteht gerade in der Sorge um dieses Miteinander. … Lassen Sie uns den Weg, der vor uns liegt, gemeinsam gehen, im festen Vertrauen auf den auferstandenen Herrn. Nicht wir, sondern Er steht in der Mitte.“