Lassen wir uns von der Zärtlichkeit Gottes lieben

Papst Franziskus zum Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu

Vatikanstadt, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 715 klicks

In der heutigen Messe in „Santa Marta“ zum Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu sagte der Papst, es sei nicht einfach, sich von Gott mit Zärtlichkeit lieben zu lassen, aber es sei genau das, worum wir ihn bitten müssten.

Gemeinsam mit Papst Franziskus zelebrierten der Archivar der Heiligen Römischen Kirche, Msgr. Jeans-Luis Bruguès, und der Präfekt, Msgr. Sergio Pagano, die heilige Messe. Ebenso waren Mitarbeiter des vatikanischen Geheimarchivs anwesend.

Jesu habe uns in erster Linie nicht so sehr mit Worten geliebt, als mit seinen Taten und seinem Leben, so der Pontifex. Mehrere Male wiederholte er während der Predigt zum Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu — das er selbst als das „Fest der Liebe“ definierte — „ein Herz, das viel geliebt hat.“ Eine Liebe, die sich, wie der Heilige Ignatius sage, „ mehr in Taten als in Worten manifestiere“ und bei der es in erster Linie „um geben und nicht nehmen“ gehe. Diese beiden Kriterien, so der Papst, „seien die Pfeiler der wahren Liebe“, und es sei der gute Hirte, der Gottes Liebe in ihrer Gesamtheit repräsentiere. Er kennt jedes einzelne seiner Schafe, denn, so fügt Papst Franziskus hinzu, „die Liebe ist nicht abstrakt oderallgemein: Sie ist an jeden einzelnen gerichtet.“

Während er eine Textpassage des Buches des Propheten Ezechiel (34,11-16) erklärte, beleuchtete der Papst noch einen weiteren Aspekt der Liebe Gottes: die Sorge um das verlorene Schaf und die Pflege des verletzten und kranken:

„Zärtlichkeit! Der Herr liebt uns mit Zärtlichkeit. Der Herr kennt die schöne Wissenschaft der Liebkosungen, der Liebkosungen Gottes. Er liebt uns nicht mit Worten. Er nähert sich – Nähe – und gibt uns diese Liebe mit Zärtlichkeit. Nähe und Zärtlichkeit! Diese beiden Formen der Liebe des Herrn, dass er sich nähert und all seine Liebe mit kleinen Gesten gibt: mit Zärtlichkeit. Und das ist eine starke Liebe, weil Nähe und Zärtlichkeit uns die Kraft der Liebe Gottes zeigen.“

„Aber liebt ihr so, wie ich euch geliebt habe?“ Mit dieser Frage unterstreicht der Papst, dass sich die Liebe „annähern“ müsse, „wie die des guten Samariters“ sein müsse und vor allem im Zeichen von „Nähe und Zärtlichkeit“ stehen müsse. Aber wie sollen wir Gott diese Liebe zurückgeben? Dies ist die zweite Frage mit der sich der Papst beschäftigt und folgende Antwort gibt: „Indem wir ihn lieben, sich ihm nähern, mit ihm zärtlich sind“, aber dies reiche nicht:

„Dies mag wie Ketzerei erscheinen, ist aber die größte aller Wahrheiten! Schwieriger als Gott zu lieben ist, sich von ihm lieben zu lassen. Viel Liebe zurückzugeben heißt, das Herz zu öffnen und uns lieben zu lassen. Zuzulassen, dass er sich uns nähert, und ihn nah zu fühlen. Zuzulassen, dass er zärtlich ist, uns liebkost. Das ist so schwierig: uns von ihm lieben zu lassen. Und dies ist vielleicht genau das, worum wir in ihn in der heutigen Messe bitten müssen: ‚Herr, ich will dich lieben, aber lehre mich die schwierige Wissenschaft, die schwierige Gewohnheit mich von dir lieben zu lassen, dich nah zu fühlen und dich zärtlich zu fühlen!‘ Möge der Herr uns diese Gnade zuteil werden lassen!“