Lateinamerika: Tag des ungeborenen Kindes mit zahlreichen Initiativen

Erzbischof von Lima: Papst Franziskus als entschlossener Verteidiger allen menschlichen Lebens

Rom, (ZENIT.org) Jan Bentz | 496 klicks

In mehreren Staaten, vor allem in Lateinamerika, wird der 25. März, das Fest der Verkündigung des Herrn, als „Tag des ungeborenen Lebens“ begangen. In Argentinien, Chile, Guatemala, Costa Rica, in der Dominikanischen Republik, Nicaragua und weiteren Ländern gibt es eine Vielzahl von Initiativen. Der Tag wurde bewusst gewählt, weil es von da an genau neun Monate bis Weihnachten, dem Tag der Geburt Jesu, sind.

Ziel des Tages der Ungeborenen ist es, für das ungeborene Leben zu sensibilisieren, vor allem aber, um für das Beenden der Tötung ungeborener Kinder durch Abtreibung zu beten. Zur Bewegung „Gebet gegen Abtreibung“ gehört auch die amerikanische Initiative „40 Days for Life“, die bereits im siebten Jahr in 337 Städten der Vereinigten Staaten von Amerika stattfindet, ebenso wie in sieben kanadischen Provinzen, in Australien, Irland, Großbritannien und Dänemark.

Sie nahm ihren Anfang im Jahr 2004 am Bryan College Station von Texas, als eine örtliche Lebensrechtsgruppe beschloss, 40 Tage zu beten und zu fasten, um die Fälle von Abtreibung in der Gegend durch Wandlung der Herzen und der Gesinnung zu reduzieren. Man wollte das Gebet einem bloßen Aktivismus vorziehen. In den ersten sechs Jahren wurden dann nach Angaben der Initiatoren 3599 Leben gerettet. 43 Angestellte von Abtreibungskliniken hätten ihre Arbeit gewechselt. Es wurden die Geschichten von mehr als 1250 Frauen dokumentiert und veröffentlicht.

In Peru findet zu diesem Anlass alljährlich ein Marsch für das Leben statt. Er wurde mit dem Gesetz 27654 vom Kongress des Landes eingeführt und soll daran erinnern, dass das ungeborene Kind als juridische Person geschützt werden soll, wie dies in der peruanischen Verfassung festgelegt ist.

Jedes Jahr finden dazu zahlreiche Aufklärungskampagnen und Bildungsveranstaltungen statt, die den Wert des menschlichen Lebens von dessen Anfang bis zum natürlichen Tod zum Gegenstand haben. Dies führt dazu, dass sich immer mehr Menschen ehrenamtlich für den Schutz des Lebens einsetzen.

Im Namen der Erzdiözese Lima hatte die Peruanische Bischofskonferenz alle Gläubigen zur Teilnahme an dem Marsch für das Leben „Lima 2013: Rettet die Zukunft“ eingeladen. Der öffentlichen Kundgebung haben sich Personen und Institutionen angeschlossen, die sich für den Schutz des Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod einsetzen. In diesem Jahr sind mehr als 100.000 Menschen durch die Straßen der peruanischen Hauptstadt Lima marschiert. Es wurden Unterschriften für einen Gesetzesvorschlag gesammelt, der die Abtreibung abschaffen und das Recht auf Leben der ungeborenen Kinder schützen soll.

„Der Staat muss das Leben schützen und verteidigen und gegen eine irreführende Propaganda vorgehen, die unter dem Vorwand, die Gesundheit der Frauen schützen zu wollen, Leben vernichtet. Wir sagen Nein zu dieser Art von Argumenten, die man so oft hört; wir wollen die Familie und das Leben schützen, ohne Kompromisse.“ Mit diesen Worten kommentierte Kardinal Juan Luis Cipriani, Erzbischof von Lima, den Marsch fürs Leben.

„Es befremdet uns sehr, dass das Verfassungsgericht die Jugend ohne Schutz gelassen hat, indem es Beziehungen zwischen Erwachsenen und Jugendlichen genehmigt hat, was zutiefst abartig ist und von uns nicht toleriert werden kann; dieser Gerichtsentscheid muss abgeändert werden“, erklärte Kardinal Cipriani des Weiteren.

Der Erzbischof von Lima dankte auch den Tausenden von Menschen unterschiedlicher Glaubenszugehörigkeit, die sich dieser Initiative angeschlossen hatten.

„Wir alle sind hier, um das menschliche Leben zu bejahen, von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod. Wir sind hier vereinigt, um vor Gott Nein zu sagen zu diesem Mord, dieser teuflischen Handlung, die sich Abtreibung nennt. Nein zur Abtreibung! In unserer Zeit findet ein weltweiter Kampf statt, um das Leben zu verteidigen, die christliche Ehe zu verteidigen, die Familie zu verteidigen; all diese Werte sind unverzichtbar! Gleichzeitig wollen wir unseren Eltern und Großeltern danken, die so großzügig gewesen sind, mit Gott zusammenzuarbeiten, um einem jeden von uns das Leben zu schenken. In aller Bescheidenheit können wir sagen, dass das Leben in Lateinamerika bisher immer verteidigt worden ist.“

Kardinal Cipriani dankte auch allen Politikern, die im Jahr 2002 dazu beigetragen haben, dass der 25. März in Peru per Gesetz als „Tag des ungeborenen Kindes“ anerkannt wurde.

Zuletzt erklärte der Erzbischof von Lima, Papst Franziskus sei ein entschlossener Verteidiger allen menschlichen Lebens, und forderte alle dazu auf, sich dem Heiligen Vater anzuschließen.

„Wir besitzen in unserem Heiligen Vater einen Verteidiger des Lebens. Es ist eine Freude und eine große Verantwortung für uns, dass die Kirche heute einen Heiligen Vater aus diesem Kontinent besitzt; es bedeutet, dass wir in unserem Alltagsleben unseren Prinzipien treu sein müssen“, so Kardinal Cipriani.

Der diesjährige „Marsch fürs Leben“ begann in der Avenida de la Peruanidad um 9.00 Uhr vormittags. Tausende von Menschen nahmen an dieser Initiative Teil, darunter Jugendliche, Erwachsene, schwangere Frauen und Kinder. Zahlreiche Studenten und Schüler mit Fahnen, bedruckten T-Shirts und Spruchbändern riefen zum Engagement für den Lebensschutz auf. Unter lauten Gesängen und Rufen für das Leben gelangte der Zug allmählich zur Avenida Salaverry, wo er bei der Apostolischen Nuntiatur Halt machte. Msgr. James Patrick Green, Apostolischer Nuntius in Peru, begrüßte die Menge. Die Organisatoren des Marsches übergaben dem Nuntius ein Schreiben, in dem sie dem Heiligen Vater Franziskus zu seiner Papstwahl gratulierten und ihm versprachen, in Peru immer Verteidiger des Lebens zu sein, dem Beispiel Christi folgend.

Der große Marsch fürs Leben „Lima 2013: Rettet die Zukunft“ endete mit einem Konzert, in dessen Verlauf die Sängerin Sandra Muente das offizielle Lied der Veranstaltung „Vengo a cuidar de ti“ interpretierte.