Laurentius von Rom

Märtyrer und Diakon

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ROM, 10. August 2012 (ZENIT.org). - In der Kunst wird der heilige Laurentius in der Regel als junger Diakon, barhäuptig und bartlos, mit einer Dalmatika bekleidet dargestellt. Zu den am häufigsten ihm beigegebenen Attributen zählen der Rost, der auf sein Martyrium hinweist, sowie Kelch oder Börse, die auf seine Tätigkeit als Verwalter des Kirchenvermögens hindeuten.

Der heilige Laurentius war von Papst Sixtus II. zum Diakon geweiht worden. Nachdem Sixtus II. während der Christenverfolgungen Valerians gefangen genommen worden war, wurde er am 6. August 258 zusammen mit vier Diakonen durch das Schwert hingerichtet. Vor seinem Tod vertraute Sixtus II. dem heiligen Laurentius das gesamte Kirchenvermögen an. Der Heilige wurde daraufhin von Valerian vorgeladen, um ihn zur Herausgabe des Vermögens zu zwingen. Doch Laurentius blieb standhaft; statt der Forderung Valerians nachzukommen, verteilte er in den folgenden Tagen die Güter unter die Armen. Er brachte die Beschenkten zu Valerian und stellte sie ihm mit den Worten vor: „Die Armen sind die wahren Schätze der Kirche.“

Valerian erzürnte wegen dieser Tat und verurteilte den heiligen Laurentius zum Tode. Der Heilige starb am 10. August 258. Der Tod durch durch Verbrennen, das heißt durch den Rost, wird als Zutat des 4. Jahrhunderts aufgefasst; Laurentius soll vielmehr – wie auch Sixtus II. - mit dem Schwert hingerichtet worden sein. In der Kunst finden sich hingegen zahlreiche Darstellungen der ersten Variante, die zu reichhaltigen erzählerischen Ausschmückungen Anlass gab. Mit zu den bekanntesten Darstellungen zählt das „Martyrium des heiligen Laurentius“ von Tizian (1548/57), das in Santa Maria Assunta in Venedig zu finden ist.

Das Grab des heiligen Laurentius ist bis in unsere heutige Zeit Anziehungspunkt für tausende Gläubige. Kaiser Konstantin ließ über dem Grab des Heiligen „San Lorenzo fuori le mura“ errichten, die zu den sieben Hauptkirchen Roms gehört. In der Krypta ruhen die Gebeine des Heiligen gemeinsam mit denen des heiligen Stephanus, während sein Haupt im Vatikan aufbewahrt wird. Der heilige Laurentius gilt gemeinsam mit dem heiligen Stephanus als „Proto“-Märtyrer. Der „Laurentius-Tag“ spielt auch im Brauchtum eine wichtige Rolle. Von seinem Märtyrertod leiten sich die sog. Laurentiustränen her, die vor allem um den 10. August häufig vorkommenden Sternschnuppen. Ein weiterer Brauch ist die Segnung des „Laurentiusbrotes“, das anschließend an Arme und Bedürftige verteilt wird. [bd]