„Lectio divina" von Papst Benedikt XVI. über Epheserbrief Kapitel 4

Die Grundpfeiler der Berufung: Demut, Milde, Großmut

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Rom, 16. März 2011 (ZENIT.org).- An einem Freitagabend Ende Februar besuchte der Bischof von Rom das Priesterseminar seiner Diözese „Seminario Romano" bei der Lateranbasilika. Wie jedes Jahr hielt Benedikt XVI. anlässlich des Festes Unserer Lieben Frau des Vertrauens in freier Rede eine „Lectio divina", die diesmal einen Abschnitt aus dem vierten Kapitel des Briefes des Apostels Paulus an die Epheser zum Ausgang der Meditationen nahm.

Eine Welle von Liebe, Wärme und Sympathie schlug Papst Benedikt entgegen, als er zur Vigil des Festes ‚Unserer Lieben Frau des Vertrauens‘ als Bischof von Rom ‚seinen‘ Seminaristen im ‚Seminario Romano Maggiore‘ einen Besuch abstattete. Dieses Fest der Patronin des Seminars beim Lateran wird jeweils am letzten Samstag vor der Fastenzeit begangen und ist traditionell mit dem Besuch des Papstes verbunden.

Nach der Anrufung des Heiligen Geistes mit dem gesungenen lateinischen Hymnus ‚Veni Creator Spiritus‘ folgte die Ansprache des Heiligen Vaters und seine Lectio Divina, die wir hier in einer eigenen Übersetzung vollständig veröffentlichen.

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Liebe Brüder und Schwestern,

Ich bin sehr glücklich darüber, wenigstens einmal im Jahr hier bei meinen Seminaristen zu sein, bei den jungen Männern auf dem Weg zum Priestertum, den zukünftigen Priestern von Rom. Ich freue mich sehr, dass dies jedes Jahr am Festtag „Unserer Lieben Frau des Vertrauens" geschieht, des Festes der Mutter, die uns Tag für Tag mit ihrer Liebe begleitet und uns das Vertrauen schenkt, auf Christus zuzugehen. „In der Einheit des Geistes", so lautet das Thema, unter dem in diesem Jahr eure Ausbildung steht. Es handelt sich um einen Ausdruck des hl. Paulus aus dem Brief an die Epheser, der uns vorgegeben wird und in dem dieser die Gemeinde ermahnt, ‚die Einheit des Geistes zu wahren' (Eph 4, 3).

Dieser Text eröffnet den zweiten Teil des Briefes an die Epheser, die den Teil der Parenese einleitet, ein belehrender, ermahnender Aufruf, der mit dem Wort ‚parakalo' ‚ich ermahne euch' beginnt. Aber es handelt sich um dasselbe Wort, das wir auch in dem Ausdruck ‚Paraklitos' finden. So handelt es sich hier um eine Ermahnung im Licht und in der Kraft des Heiligen Geistes.

Die Ermahnung des Apostels gründet sich auf das Geheimnis der Erlösung, das er in den ersten Kapiteln vorgestellt hat. Tatsächlich beginnt unsere Stelle mit den Worten ‚deshalb ermahne ich euch ... (Vers 1).' Das entsprechende Verhalten der Christen ist folglich eine Konsequenz dieses Geschenkes, die Realisierung dessen, was uns jeden Tag geschenkt wird.

Auch wenn es nur einfach eine Umsetzung dessen wäre, was uns geschenkt worden ist, so geschieht dies aber keineswegs mit automatischer Wirkung, weil Gott uns immer in die volle Freiheit enläßt und so ist auch die Verwirklichung dieser unserer Antwort deshalb stets Geschenk, Gnade, sie ist Freiheit. Daran muss der Apostel erinnern, er kann das nicht einfach voraussetzen. Die Taufe bringt, wie wir wissen, nicht automatisch ein konsequentes Leben mit sich, dieses ist Frucht des Willens und des beständigen Einsatzes, mit dem Geschenk, der empfangenen Gnade zusammenzuarbeiten. Nur mit starkem Willen und Durchhaltevermögen kann mit der Gnade Gottes ein solches erreicht werden. Dieser Einsatz kostet, und jeder muss persönlich seinen Preis dafür bezahlen. Vielleicht ist das der Grund, weshalb der heilige Paulus hier seine jetzige Lage anspricht: 'Ich, der Gefangene im Herrn, ermahne euch ...(Vers 1)'. Christus nachfolgen heißt, sein Leiden, sein Kreuz zu teilen und ihm bis zum Ende nachzufolgen. Diese Teilnahme am Los des Meisters eint uns zutiefst mit ihm und bekräftigt die Autorität und moralische Autorität des Apostels.

Jetzt kommen wir zum zentralen Thema unserer Betrachtung, wir kommen zu einem Wort, das uns auf eine ganz besondere Weise berührt. Das Wort ‘Ruf', ‘Berufung'. Der Heilige Paulus schreibt: ‘Verhaltet euch würdig der Berufung, der ‘klesis', die ihr empfangen habt. (vers 1). Und dies wiederholt er kurz darauf, wenn er unterstreicht: „Es ist eine Hoffnung, zu der ihr Kraft eurer Berufung gerufen seid (v. 4)". Hier geht es um die gemeinsame Berufung aller Christen, die Berufung, die wir alle durch die Taufe empfangen haben: der Ruf, Christus zu gehören und in ihm, in seinem Leib, zu leben. Jeder Christ ist persönlich dazu aufgerufen, in und mit Christus zu leben und seine Antwort zu geben.

In dem Wort Berufung ist eine Erfahrung eingeschrieben, in denen die Erfahrung der ersten Jünger widerhallt, die wir aus dem Evangelium kennen: als Jesus an den Ufern des Sees von Galiläa entlang geht und Simon und Andreas, dann Jakobus und Johannes beruft" (vgl. Mk 1, 16-20). Aber schon davor, nach der Taufe im Jordan, hat er Andreas und den anderen Jüngern zugerufen: „Kommt und seht" (Joh 1, 39), als er merkte, dass sie ihm folgten. Das Leben eines Christen beginnt mit einer Berufung und fordert immer eine Antwort; dies geschieht bis zum Ende. Das ist beim Glauben genauso wie beim Handeln: Sowohl der Glaube als auch die Taten des Christen sind eine Antwort auf die empfangene Gnade der Berufung.

Ich habe über die Berufung der ersten Apostel gesprochen, aber wenn wir über das Wort ‚Berufung‘ nachdenken, dann denken wir besonders an Maria, die Mutter aller Berufungen, die Allerseligste Mutter, die Erwählte, die Berufene par ecxcellence. Das Bild der Verkündigung enthält vielmehr als nur dieses Ereignis des Evangeliums, es enthält etwas viel Grundsätzlicheres: das ganze Geheimnis Mariens, ihre ganze Geschichte, ihr ganzes Sein. Gleichzeitig erzählt es von der Kirche, ihrem immerwährendem Wesen; es spricht auch von jedem Glaubenden in Christus, von jeder berufenen christlichen Seele.

Wir müssen uns aber an dieser Stelle vor Augen halten, dass es sich hier nicht um Menschen aus der Vergangenheit handelt. Gott der Herr hat einen jeden von uns persönlich gerufen, er hat jeden von uns beim Namen gerufen und wartet auf eine Antwort. Gott ist so groß, dass er für einen jeden Zeit hat. Er kennt einen jeden von uns persönlich beim Namen.

Es ist ein persönlicher Ruf, der sich an einen jeden von uns richtet. Wir müssen dieses Geheimnis immer wieder vor Augen halten: Gott, der Herr, hat mich gerufen. Er ruft mich, er kennt mich, er erwartet von mir ebenso eine Antwort, wie er sie von Maria erwartet hat, wie er sie von den Aposteln erwartet hat. Gott ruft mich: Diese Tatsache soll uns aufmerksam machen, auf seine Stimme zu hören, auf seine Worte, auf seinen Ruf an mich, um antworten zu können, um diesen Teil der Heilsgeschichte zu verwirklichen, der für mich bestimmt ist. In diesem Text zeigt uns der hl. Paulus auf, welches die konkreten Elemente dieser Antwort sind, und nennt uns vier Schlüsselbegriffe dafür: ‚Demut', ‚Milde', ‚Großmut', ‚sich gegenseitig in Liebe zu ertragen'. Vielleicht können wir kurz diese Schlüsselbegriffe betrachten, die den Weg des Christen beschreiben. Am Ende kommen wir dann noch einmal darauf zurück.

„Demut": Das griechische Wort ist „tapeinophrosyne", das gleiche Wort, das der hl. Paulus in dem Brief an die Philipper benutzt, wenn er vom Herrn spricht und sagt, dass er Gott ist und gedemütigt wurde. Er wurde so sehr „tapeinos", dass er zur Kreatur wurde, dass er Mensch wurde, bis hin zum Gehorsam am Kreuz (vgl. Phil 2, 7-8). Demut ist also nicht irgendein Wort, eine Bescheidenheit, irgendetwas...sondern ein christologischer Begriff.

Gott nachzueifern, der sich zu mir herab neigt, der so groß ist, dass er mein Freund wird, für mich leidet und für mich stirbt, das ist unser Ziel. Dies ist die Demut, die wir lernen müssen, die Demut Gottes. Das soll bedeuten, dass wir uns immer im Licht Gottes betrachten müssen; so können wir gleichzeitig unsere Größe als eine von Gott geliebte menschliche Person erkennen, aber auch unsere Kleinheit und unsere Armut, und uns richtig verhalten - nicht als Herren, sondern als Diener.

Wie es der hl. Paulus sagt: „Wir wollen ja nicht Herren über euren Glauben sein, sondern wir sind Helfer zu eurer Freude; denn im Glauben seid ihr fest verwurzelt." (2 Kor 1, 24). Priester sein, noch mehr als nur Christsein, impliziert diese Demut. „Sanftmut": im griechischen Text das Wort „praütes", ist das gleiche Wort, das in den Seligpreisungen vorkommt: „Selig sind die Sanftmütigen, die keine Gewalt anwenden, denn sie werden das Land erben" (Mt 5,5).

Und im Buch Numeri, im vierten Buch Mose, finden wir den Ausspruch, dass Mose der sanftmütigste Mensch der Welt (vgl. 12, 3) war, und in diesem Sinne war er ein Vorbote Christi, von Jesus, der über sich sagt: „Ich bin sanftmütig und demütig von Herzen" (Mt 11, 29). Auch dieses Wort, als „sanftmütig", „zärtlich" übersetzt, ist ein christologisches Wort und impliziert erneut die Nachfolge Christi. Denn in der Taufe sind wir Christus gleichgestaltet, wir müssen uns also Christus gleichförmig machen, diesen Geist der Sanftmut und Gewaltlosigkeit finden, ihn mit der Liebe und mit der Güte bezeugen.

„Großmut", „makrothymia", besagt die Großmut des Herzens, nicht Minimalisten zu sein, die nur das geben, was unbedingt notwendig ist. Geben wir uns selbst, mit allem, was wir können, und wachsen wir so durch Großmut.

„Verbleibt in der Liebe": Das ist eine Aufgabe jedes Tages, einen jeden Menschen in seinem Anderssein zu unterstützen und ihm demütig zu helfen, die wahre Liebe zu lernen. Und nun gehen wir einen weiteren Schritt. Nach diesen Worten des Rufes folgt die kirchliche Dimension. Wir haben von der Berufung als einer sehr persönlichen Berufung gesprochen: Gott ruft mich, kennt mich und erwartet meine persönliche Antwort. Aber gleichzeitig ist der Ruf Gottes ein Ruf in eine Gemeinschaft, ein ekklesialer Ruf, Gott beruft uns in eine Gemeinschaft. Es ist wahr, dass in diesem Satz, den wir betrachten, nicht nur das Wort „ekklesia", das Wort für Kirche meditieren, sondern uns eine viel größere Realität auftut. Der hl. Paulus spricht von einem Geist und einem Körper. Der Geist schafft sich einen Körper und eint uns wie einen einzigen Leib. Er spricht dann von Einheit, von der Kette des Seins, den Fesseln des Friedens.

Es ist dieses Wort, welches mit dem Wort „Gefangener" vom Anfang zusammen verstanden werden muss, es ist immer das gleiche Wort „Ich bin ein Gefangener", „Ketten legen sie dir an", aber dahinter liegt eine viel größere unsichtbare Kette, diejenige, die von der Liebe befreit wird. Wir sind in dieser Gefangenschaft des Friedens, die die Kirche ist, die die große Fessel ist, die uns mit Christus vereint. Vielleicht müssen wir persönlich auch über diesen Aspekt nachdenken: Wir sind persönlich berufen, aber wir sind in einem Körper berufen. Dies ist keine abstrakte Sache, sondern sehr real.

In diesem Augenblick ist das Seminar der Leib, in dem ihr euer Sein konkret auf einem gemeinsamen Weg verwirklicht. Später wird es die Pfarrei sein. Ihr müsst die ganze Pfarrei annehmen, unterstützen und beleben, die Personen, die euch sympathisch oder unsympathisch sind, in diesen Leib einfügen.

Leib: die Kirche ist ein Leib, darum hat sie Strukturen, sie hat ein Recht darauf, und manchmal ist es gar nicht so einfach, sich darin einzufügen. Auch wenn wir die persönliche Beziehung mit Gott wollen, vielleicht gefällt uns aber der Leib nicht. Aber nur so sind wir in Kommunion mit Christus: Indem wir diese Leiblichkeit seiner Kirche annehmen, des Geistes, der sich in einen Leib inkarniert. Und auf der anderen Seite spüren wir vielleicht häufig die Probleme und die Schwierigkeiten dieser Gemeinschaft, beginnend mit der konkreten Gemeinschaft des Seminars bis hin zur großen Gemeinschaft der Kirche mit ihren Institutionen.

Wir müssen uns auch daran erinnern, dass es sehr schön ist, in einer Gemeinschaft zu sein und in einer großen Gemeinschaft der vielen Jahrhunderte zu wandeln, Freunde im Himmel und auf Erden zu haben und die Schönheit dieses Leibes zu spüren, im Herrn glücklich zu sein, der uns in einen Leib berufen hat und uns Freunde in allen Teilen der Welt gab. Ich sagte, dass hier nicht das Wort „ekklesia" steht, sondern das Wort „Leib", das Wort „Geist", das Wort „Kette", und siebenmal wird in diesem kleinen Abschnitt das Wort „eins" wiederholt.

So spüren wir, wie sehr die Einheit der Kirche dem Apostel am Herzen liegt. Er endet mit einer „Treppe der Einheit" bis zur Einheit: Gott ist einer, der Gott aller. Gott ist einer und die Einmaligkeit Gottes zeigt sich in unserer Gemeinschaft, denn Gott ist Vater, der Schöpfer von allem, und wir sind alle Brüder, wir sind alle ein Leib in Einheit mit der Schöpfung und in menschlicher Brüderlichkeit, im Frieden, mit Gott als der Voraussetzung.

Darum betrachten wir auch dieses Geheimnis der Einheit und die Wichtigkeit, immer die Einheit in der Gemeinschaft mit dem einzigen Christus, dem einzigen Gott, zu suchen. Nun können wir einen weiteren Schritt machen. Wenn wir uns fragen, welches der tiefe Sinn des Wortes „Berufung" ist, dann sehen wir, dass sie eine der Pforten ist, die uns das trinitarische Geheimnis eröffnen.

Bis jetzt haben wir von dem Geheimnis der Kirche und der Einheit Gottes gesprochen, aber dies eröffnet uns auch das trinitarische Geheimnis. Jesus ist der Mittler des Rufes des Vaters, der durch den heiligen Geist kommt. Die christliche Berufung kann keine andere als eine dreifaltige Form haben, sei es auf der Ebene der einzelnen Person, sei es auf der Ebene der kirchlichen Gemeinschaft. Das Geheimnis der Kirche ist durchzogen vom Dynamismus des Heiligen Geists, einem Dynamismus der Berufung in weitem und zeitlosem Sinne.

Von Abraham an, der als erster den Ruf Gottes hörte und mit dem Glauben und dem Werk antwortete (vgl. Gen 12,1-3), bis hin zum „Hier bin ich" von Maria ist dies die perfekte Meditation des Sohnes Gottes im Moment, in dem der Vater ihn aufruft, auf die Erde zu gehen (vgl. Heb 10, 5-7). So, im „Herzen" der Kirche, wie die hl. Teresa vom Kinde Jesu sagte, ist die Berufung eines jeden Christen ein trinitarisches Geheimnis.

Das Geheimnis der Begegnung mit Jesus, mit dem fleischgewordenen Wort, durch den Gottvater uns zur Gemeinschaft mit sich gerufen hat und uns den Heiligen Geist geben will. Dank des Heiligen Geistes können wir Jesus und dem Vater auf authentische Weise antworten, im Inneren einer wirklichen Kindesbeziehung. Ohne den Hauch des Heiligen Geistes ließe sich die christliche Berufung einfach nicht erklären und verlöre seine lebendige Lunge. Nun kommen wir zum letzten Schritt. Die Form der Einheit im Heiligen Geist erwartet, wie wir gesagt haben, die Imitation Jesu, seine Nachahmung in der Konkretisierung seines Verhaltens. Der Apostel schreibt, wie wir gesehen haben: „Seid demütig, friedfertig und geduldig, ertragt einander in Liebe, und bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren, durch den Frieden, der euch zusammenhält" (Eph 4, 2-3). Die Einheit der Kirche wird nicht als „Stempel" von außen aufgedrückt, sondern ist die Frucht der Eintracht, eines gemeinschaftlichen Strebens, sich wie Jesus zu verhalten, in der Kraft des Heiligen Geistes.

Es gibt einen sehr schönen Kommentar des hl. Johannes Chrysostomos zu diesem Abschnitt. Chrysostomos kommentiert das Bild der „Fessel", der „Fessel des Friedens", und sagt: „So schön ist diese Fessel, mit der wir uns an die anderen und auch an Gott binden. Es ist keine drückende Fessel. Sie lässt die Hände nicht verkrampfen, sie lässt sie frei, und gibt ihnen reichlich Platz, um noch mutiger zu sein." (Predigt über die Epistel an die Epheser 9, 4, 1-3).

Wir finden hier das Paradox des Evangeliums: Die christliche Liebe ist eine Kette, wie wir gesagt haben, aber eine Kette, die befreit! Das Bild der Kette bringt uns zur Situation des hl. Paulus, der ein „Gefangener" und „in Ketten" ist.

Der Apostel ist wegen des Herrn gefangen, wie Jesus selber, der sich zum Sklaven gemacht hat, um uns zu befreien. Um die Einheit im Geiste zu behalten, ist es nötig, sein eigenes Verhalten an die Demut, Sanftmut und Großmütigkeit Christi anzugleichen, die er in seinem Leidensweg bezeugte. Wir müssen die Hände und die Herzen mit dieser Fessel verbinden, die er selber akzeptierte, um sich zu unserem Diener zu machen. „Dies ist die Fessel des Friedens". Johannes Chrysostomos sagt in demselben Kommentar weiter: „Hängt euch an eure Brüder, denn diejenigen, die in dieser Liebe verbunden sind, können sich mit Leichtigkeit unterstützen...So möchte er, dass wir verbunden sind, nicht nur, um in Frieden zu sein, um Freunde zu sein, sondern um eins zu sein, eine einzige Seele" (ibid.) Der paulinische Text, dessen Elemente wir meditierten, ist sehr reich. Ich konnte euch nur einige Aspekte aufzeigen, und sie eurer Meditation anzuvertrauen.

Bitten wir die Jungfrau Maria, die Madonna des Vertrauens, dass sie uns helfe, voll Freude in der Einheit des Geistes zu wandeln. Danke!

[Übersetzung aus dem Italienischen von Jan Bentz © Copyright 2011 - Libreria Editrice Vaticana]