Lehre des Papstes über das Gebet stößt auf großes Interesse

Kommentar des Vatikansprechers Pater Federico Lombardi

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ROM, Dienstag, 17. Mai 2011 (ZENIT.org).- Die neue Reihe von Katechesen über das Gebet, die Papst Benedikt XVI. für seine Generalaudienzen am Mittwoch begann, sei bei seiner Zuhörerschaft auf ein großes Interesse gestoßen, sagte der Sprecher des vatikanischen Pressebüros Pater Federico Lombardi SJ.

In der letzten Ausgabe der wöchentlichen Sendung „Octava Dies“ des Vatikanischen Fernsehzentrums (CTV) wies der Pressesprecher des Vatikans, Jesuitenpater Federico Lombardi, darauf hin, dass es „kein Zufall“ sei, dass diese erste Katechese großes Interesse geweckt habe, denn das Thema Gebet sei „keine Selbstverständlichkeit“.

„Das Gebet darf nicht für selbstverständlich gehalten werden, weil der materialistische und weltliche Kontext, in dem wir leben, oder gar der wahnsinnige Aktivismus, dazu neigen, die Dimension der Reflexion und Kontemplation aus unserem Leben und Gebetsleben auszuschließen“, so der Pressesprecher.

Darüber hinaus sagte Lombardi, „oft wenn wir in christlichen Kreisen über Gebete und das Gebet sprechen, suchen wir ‚Formeln‘, selten aber dringen wir in größere Tiefen vor, wo sich der Mensch vor Gott stellt und den Kern seines Seins, sein Leben in Beziehung zu ihm bringt.“

Die Intuition des Papstes antworte auf „eine weit verbreitete und universelle Hoffnung, sowohl des digitalen als auch des Höhlenmenschen“. In den ersten beiden Katechesen habe der Papst über das Gebet als Akt gesprochen, der „seit jeher in allen Kulturen und Zivilisationen“ präsent sei, erklärte Lombardi.

Im Gebet gehe es darum, zu „verstehen und erspüren, dass Gott der Andere und geheimnisvoll ist, gleichzeitig aber gibt es tief in der Seele einen Durst nach dem Unendlichen, eine Sehnsucht nach Ewigkeit, ein Verlangen nach Liebe, ein Bedürfnis nach Licht und Wahrheit, die uns zum Absoluten hindrängen“- mit einem Wort, „die Sehnsucht nach Gott“.

Pater Lombardi wies darauf hin, dass dies die Prämissen seien, die zuerst und in ihrer ganzen Wahrheit und Kraft „entdeckt werden“ müssten, bevor wir uns „Jesus zuwenden, um durch ihn dem wahren Gott persönlich zu begegnen“.

„Geheimnis und Begehren. Das ist das gemeinsame Terrain der betenden Menschheit, in welches der kostbare Same des christlichen Gebets fallen und Frucht bringen kann“, so Lombardi.

[Übersetzung aus dem Spanischen von Susanne Czupy]