Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte

Das heutige Mittwochsgebet stammt von Antoine de Saint-Exupéry

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 485 klicks

Antoine Marie Jean-Baptiste Roger Vicomte de Saint-Exupéry, kurz Antoine de Saint-Exupéry, wurde am 29. Juni 1900 in Lyon geboren und starb am 31. Juli 1944 in der Nähe der Île de Riou bei Marseille. Bereits zu seinen Lebzeiten war Antoine de Saint-Exupéry ein anerkannter und erfolgreicher Autor. Er selbst sah sich eher als einen Berufspiloten, der nebenher als Schriftsteller tätig war. Seine Erzählung „Der kleine Prinz“ gehört mit über 80 Millionen Exemplaren zu den meistverkauften Büchern der Welt. Das wohl berühmteste Zitat aus der Erzählung – „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“ – ist nicht nur für sein Werk programmatisch, sondern auch für sein Leben. Schreiben und Fliegen war für Antoine de Saint-Exupéry gleichermaßen Ausdruck des Kampfes gegen die chronische Erkaltung des Herzens, die der Nationalsozialismus verursachte. In vielen sprachlichen Variationen betont er immer wieder, dass man nicht von den Dingen, sondern vom Sinn der Dinge lebt.

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Ich bitte nicht um Wunder und Visionen Herr, sondern um die Kraft für den Alltag. Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte!

Mach mich findig und erfinderisch, um im täglichen Vielerlei und Allerlei rechzeitig meine Erkenntnisse und Erfahrungen zu notieren, von denen ich besonders getroffen und betroffen bin.

Mach mich griffsicher, in der richtigen Zeiteinteilung. Schenke mir das Fingerspitzengefühl, um herauszufinden, was erstrangig und was zweitrangig ist. Lass mich erkennen, dass Träumereien nicht weiterhelfen, weder über die Vergangenheit, noch über die Zukunft. Hilf mir, das Nächste so gut wie möglich zu tun und die jetzige Stunde als die wichtigste zu erkennen.

Bewahre mich vor dem naiven Glauben, es müsste im Leben alles glatt gehen. Schenke mir die nüchterne Erkenntnis, dass Schwierigkeiten, Niederlagen, Misserfolge und Rückschläge eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind, durch die wir wachsen und reifen.

Gib mir das tägliche Brot für Leib und Seele, eine Geste deiner Liebe, ein freundliches Echo, und hin und wieder das Erlebnis, dass ich gebraucht werde.

Ich weiß, dass sich viele Probleme dadurch lösen, dass man nichts tut. Gib mir, dass ich warten kann.

Ich möchte Dich und die anderen immer aussprechen lassen. Das wichtigste sagt man nicht selbst, es wird einem gesagt.

Du weißt, wie sehr wir der Freundschaft bedürfen. Gib dass ich diesem schönsten, schwierigsten, riskantesten und zartesten Geschäft des Lebens gewachsen bin.

Verleihe mir die nötigste Fantasie, im rechten Augenblick ein Päckchen Güte- mit oder ohne Worte - an der richtigen Stelle abzugeben. Mach aus mir einen Menschen, der einem Schiff im Tiefgang gleicht, um auch die zu erreichen, die unten sind.

Bewahre mich vor der Angst, ich könnte das Leben versäumen. Gib mir nichts, was ich mir wünsche, sondern was ich brauche.

Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte!