Leitender Bischof der VELKD gratuliert neuem Papst

Lutherische Kirchen bieten ökumenische Zusammenarbeit an

Hannover, (ZENIT.orgVELKD) | 854 klicks

Hannover. Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Bischof Gerhard Ulrich (Kiel), hat Jorge Mario Bergoglio zu seiner Wahl zum Bischof von Rom und Papst der römisch-katholischen Kirche gratuliert. Ulrich ist zugleich Vorsitzender des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes. Seine Grußadresse lautet: 

„Als Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) und Deutsches National­komitee des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) wissen wir uns mit unseren Schwestern und Brüdern in der römisch-katholischen Kirche in ihrer Freude verbunden, dass die Sedisvakanz vorüber ist und sich Papst Franziskus heute von der Loggia der Vatikanischen Basilika den wartenden Gläubigen vorgestellt hat. 

Wir gratulieren Jorge Mario Bergogliozu seiner Wahl zum Bischof von Rom und Papst der römisch-katholischen Kirche. Mit ihm wurde der erste Lateinamerikaner in das Papstamt gewählt. Wir grüßen Franziskus in ökumenischer Verbundenheit und bitten den Herrn der Kirche, dass er ihn in der Aufgabe segne, das Evangelium Jesu Christi zu verkündigen und seine Kirche zu führen. Möge der Heilige Geist Franziskus die Kraft verleihen, dass Schiff der römisch-katholischen Kirche in einer sich schnell veränderten Welt umsichtig und weise zu steuern, sowie die Gabe schenken, ein begeisternder Hirte zu sein, der die Menschen berührt und anspricht.

In unseren lutherischen Kirchen blicken wir dankbar auf die in den letzten Jahrzehnten gewachsene Gemeinschaft mit der römisch-katholischen Kirche zurück. Zugleich ist uns schmerzlich bewusst, was uns weiterhin trennt. Schnell besteht die Gefahr, dass die durch die Gnade Gottes bereits erreichten Fortschritte in der ökumenischen Annäherung verblassen. Unsere Grüße verbinden wir daher mit der Hoffnung und dem Gebet, dass sich Franziskus als ein Diener der Einheit und unermüdlicher Brückenbauer auch hin zu den Kirchen der Reformation erweisen möge und dass er die intensiven und vertrauensvollen Beziehungen zwischen Päpstlichem Einheitsrat und Lutherischem Weltbund (LWB) weiter fördern wird. 

Gerade in Fragen des Weltfriedens sowie der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gerechtigkeit werden Päpste in der Öffentlichkeit häufig als Sprecher der Christenheit wahrgenommen. In der Tat haben die Vorgänger Franziskus häufig ein eindrückliches Zeugnis davon abgelegt, dass wir Christinnen und Christen zum Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt berufen sind. Wir hoffen, dass auch Franziskus in den gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen der Menschheit mit und für die anderen Kirchen mutige Worte der christlichen Orientierung finden wird. Die Wahl seines Namens legt es nahe, dass es ihm ein Anliegen ist, dem Frieden und der Gerechtigkeit Gehör zu verschaffen und für die Bekämpfung der Armut einzutreten. 

Eingebunden in die Gemeinschaft aller Mitgliedskirchen des Lutherischen Weltbundes bieten wir evangelisch-lutherischen Kirchen in Deutschland Franziskus die Zusammenarbeit an, damit wir uns gemeinsam vom Gebet unseres Herrn, “damit sie alle eins seien“, leiten lassen und in den Überlebensfragen der Menschheit prophetisch Zeugnis von der frohen und lebensrettenden Botschaft geben.“