Leserbrief

Afrika zahlt für die Marginalisierung seiner Frauen einen hohen Preis

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Zu unserem Artikel zum Thema Frauen in Niger erreichte uns folgender Leserbrief* von Volker Seitz, dem Autor des Buches „Afrika wird armregiert“:

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Besser gebildete Frauen heiraten später, bekommen weniger und gesündere Kinder. Sie lernen sich zu wehren und sich vor Krankheiten wie Malaria und Aids zu schützen. Sie lernen wie sich durch hygienebewusstes Verhalten Krankheiten vermeiden lassen. Ich kenne kein Problem Afrikas das nicht auf fehlende Bildung zurückgeht. Kinder wachsen in Afrika in armen Gegenden unter miserablen Bedingungen auf. Aber die Mütter -und normalerweise nur sie- achten auf ihre Kinder. Sie beschützen sie vor ihrer Umgebung, sie schicken sie in die Schule und helfen ihnen, ihre Fähigkeiten zu entwickeln.

Die wenig überzeugenden Ergebnisse der Regierungsverantwortung in den letzten 50 Jahren seit der Unabhängigkeit haben klar gezeigt: Kompetenz kann nicht der Grund dafür sein, warum in Afrika Männer die Regierungen dominieren. Afrika zahlt für die Marginalisierung seiner Frauen einen hohen Preis. Es hat sich gezeigt, dass Frauen in Afrika weitaus produktiver sind als Männer, wenn sie Zugang zu Bildung, Besitz, Kredit sowie Recht auf Boden und Erbschaft bekommen. Auch die Ausgestaltung von Ehe-und Familienrecht spielt eine zentrale Rolle und beeinflusst maßgeblich die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Frauen.

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Buchtipp: Volker Seitz, Afrika wird armregiert oder Wie man Afrika wirklich helfen kann: Mit einem Vorwort von Rupert Neudeck, DTV 2010.

[*Leserbriefe stellen nicht die Meinung der Redaktion dar. Kürzungen vorbehalten.]