Libanon: Maronitische Kirche fürchtet um Christen in Syrien

Unter Assad Lage der Christen akzeptabel

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KÖNIGSTEIN IM TAUNUS, 30. September 2011 (ZENIT.org/KIN). – In Syrien könnte sich unter einer neuen Regierung die Lage der Christen verschlechtern. Diese Sorge brachte Bischof Samir Mazloum vom Maronitischen Patriarchat von Antiochia  mit Sitz in Bkerke (Libanon) im Gespräch mit dem internationalen katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ zum Ausdruck. Die Kirche beobachte die Vorgänge im Nachbarland mit einer „gewissen Angst“, denn es sei nicht auszuschließen, dass ein neues Regime „noch wesentlich diktatorischer und fanatischer sein könnte als das Assad-Regime“.

Insbesondere die Muslim-Bruderschaft sei „sehr stark und bestens darauf vorbereitet, die Macht zu ergreifen“, so der Bischof. Zu befürchten sei in diesem Fall die Einführung der Sharia, die auch auf Christen Anwendung finden würde. Christen würden damit zu „Bürgern zweiter Klasse“, denen das „Recht auf Gleichheit und auf ein normales Leben abgesprochen wird“.

Zu befürchten sei ebenso, dass es zu Racheakten gegenüber Christen kommen könnte. Unter der Assad-Regierung sei die Lage der Christen in den vergangenen 30 Jahren „akzeptabel“ gewesen, was bei einem radikalen Umbruch als „Kollaboration mit dem Assad-Regime“ missverstanden werden und zu Maßnahmen gegen Christen führen könnte, erklärte Bischof Mazloum. Akzeptabel sei sie nur deshalb gewesen, weil das Regime selber aus einer  Minderheit, den Alawiten, stamme und deshalb Minderheiten nicht schikaniert habe.

Der Bischof betonte jedoch, dass Veränderungen hin zu einer Demokratisierung des Landes und einer Gewährleistung der Menschenrechte, „wie es die Jugend auf der Straße fordert“, durchaus zu begrüßen seien.

Insgesamt leben in Syrien ungefähr 1,6 Millionen Christen. Ca. 35.000 davon sind mit Rom unierte Maroniten.