Libyen: Bischof Martinelli mahnt zum Frieden

19 Tote bei Bombenangriff auf Wohnhaus

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TRIPOLIS, Mittwoch, 22. Juni 2011 (ZENIT.org/Fidesdienst). – „Es überrascht mich, dass die Wohnung von Khouildi Hamidi unter Beschuss genommen wurde, denn ich habe nicht den Eindruck, dass es sich um eine militärische Kommandozentrale handelt“, so der Apostolische Vikar von Tripolis, Bischof Giovanni Innocenzo Martinelli, zum Fidesdienst.

Nach offiziellen Angaben aus Libyen sollen bei einem Bombenangriff der NATO auf Soram, rund 70 Kilometer westlich von Tripolis, 19 Menschen gestorben sein. Ziel des Luftangriffs, so ein Sprecher der Regierung in Tripolis, soll die Wohnung von Khouildi Hamidi gewesen sein, der zu den 12 Mitgliedern des Revolutionsrats gehört. Die NATO erklärte unterdessen, Ziel des Luftangriffs sei eine militärische Kommandozentrale gewesen.

„Ich kann es vielleicht nicht beurteilen, aber ich war mehrmals in dem Haus, und es scheint sich um eine normale Wohnung zu handeln“, so Bischof Martinelli, der Hamidi als „einen offenen Menschen“ beschreibt, der den Menschen nahe stehe. „Ich habe ihn erst vor kurzem persönlich getroffen“, bekräftigte der Bischof.

„Es tut mir sehr leid, dass viele seiner Angehörigen bei dem Bombenangriff starben“, so Bischof Martinelli weiter, „Er und sein Sohn wurden nicht unter den Opfern genannt. Vielleicht konnten sie sich retten. Wie libysche Radiosender berichten, sollen 19 Menschen ums Leben gekommen sein, bei denen es sich größtenteils um Frauen handelt“, so der Apostolische Vikar von Tripolis, der abschließend im Vertrauen betonte: „Ich bin zunehmend verbittert darüber, dass kein Wille zu bestehen scheint, sich um eine friedliche Lösung der Krise zu bemühen“.