Libyen: Es fehlen Medikamente, Lebensmittel und andere lebenswichtige Hilfsgüter

40000 Vertriebene

| 1078 klicks

TRIPOLIS, Donnerstag,19. Mai 2011 (ZENIT.org/Fidesdienst). - Auseinandersetzungen zwischen den Regierungseinheiten und den Milizen der Opposition im Westen Libyens haben den Zugangsweg für Tausende Zivilsten auf der Flucht blockiert, wodurch sich deren humanitäre Lage zugespitzt hat.

Seit April haben über 40.000 Menschen ihre Heimat verlassen. Wie das Flüchtlingshochkommissariat der Vereinten Nationen mitteilt, kamen über 8.000 Vertriebene, vor allem auch Frauen und Kinder völlig mittellos in Dehiba an der Grenze zu Tunesien an. Die Auseinandersetzungen verhinderten unterdessen die Verteilung von lebenswichtigen Hilfsgütern in Yafran, Qualaa und anderen Städten. Es fehlen vor allem auch Medikamente und medizinisches Personal sowie Lebensmittel.

Wie aus einer Verlautbarung der Nachrichtenagentur IRIN hervorgeht, soll ein Miterbeiter des einheimischen Hilfswerks el-Hurra, das unter den Vertriebenen Lebensmittel, Kleidung und Medikamente verteilt, die Lage im Land als katastrophal bezeichnet haben.

Rund 1.500 Menschen wurden indes in einem Aufnahmelager in Ramada in Tunesien rund 25 Kilometer von der Grenze zu Libyen entfernt untergebracht. Wie International Medical Corps (IMC) mitteilt, haben die Regierungseinheiten unterdessen über 50 Geschosse auf Zintan gefeuert und am Stadtrand von Nalut soll es zu weiteren Angriffen gekommen sein.

Wie Human Rights Watch berichtet, waren angesichts der Zerstörung von Moscheen und Wohnungen und der Beschädigung von Krankenhäusern bei den Angriffen der Regierungseinheiten nicht nur militärische Ziele unter Beschuss genommen worden.

Der Leiter der Notaufnahme im Krankenhaus in Tataouine in Tunesien, rund 100 Kilometer von Dehiba entfernt, betont, dass in seinem Krankenhaus täglich zahlreiche Flüchtlinge aus Libyen versorgt werden.