Liturgie als Schule des Gebets

Gott handelt in der Liturgie, wir sind in sein Handeln miteinbezogen

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VATIKANSTADT, 26. September 2012 (ZENIT.org). – In der Katechesenreihe während der Generalaudienz sprach Papst Benedikt XVI. heute über Liturgie als Schule des Gebets. Gott selber handele in der Liturgie, wir Menschen seien in sein Wirken miteinbezogen.

[Wir dokumentieren die offizielle deutsche Zusammenfassung der Katechese:]

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Liebe Brüder und Schwestern!

In der heutigen Katechese möchte ich über die Liturgie als Schule des Gebetes sprechen. Die Liturgie hilft uns, beten zu lernen, denn sie ist der bevorzugte Ort, an dem Gott zu uns spricht und uns zugleich Worte schenkt, mit denen wir antworten können. Was aber heißt Liturgie? Es ist ein griechisches Wort, das ursprünglich bedeutet „Dienst des Volkes und für das Volk“ (vgl. KKK 1069). In der Liturgie geht es natürlich nicht um irgendein Volk, sondern um das neue Volk Gottes, die Kirche, die dadurch entstanden ist, dass Christus gestorben und auferstanden ist und uns in sich hineinzieht. Und deswegen fallen in der Liturgie „Werk des Volkes“ und „Werk Gottes“ ineinander. Zuerst ist sie Werk Gottes, der überhaupt dieses Volk schafft und es dazu schafft, dass es dann selbst mit ihm zusammen das gemeinsame Werk der Liturgie vollbringt. Durch die Liturgie setzt Christus in seiner Kirche, mit der Kirche und durch sie das Werk unserer Erlösung fort. Der Herr macht das Geheimnis von Tod und Auferstehung gegenwärtig. Gott selbst also handelt in der Liturgie, und wir sind in sein Handeln mit einbezogen. Deswegen ist Liturgie immer Ausrichtung auf Gott. Damit Liturgie wirklich Ausrichtung auf ihn sei, Gebet, Begegnung mit ihm, müssen wir hören und antworten. Die Liturgie schenkt uns die Worte; wir müssen in ihre Bedeutung eintauchen, uns von ihnen formen lassen. Normalerweise ist zuerst der Gedanke und wird dann zum Wort. Hier aber gehen uns die Worte voraus, in denen Jahrhunderte das Beten, die Begegnung mit Gott geformt haben, und wir gehen in diese Worte hinein und werden von diesen Worten umgewandelt und erneuert, hinaufgehoben zu Gott. Das Herz, so sagt uns der heilige Benedikt, muß mit der Stimme zusammenklingen. Dieses Gleichgestaltet-werden mit dem, was wir in der Liturgie hören, sagen und tun, finden wir ausgedrückt in der Gebetseinladung „Sursum corda” – „Das Herz empor“: heraus aus unseren Zerstreuungen, aus der Schwerkraft, die uns nach unten zieht, und das Herz von diesen Worten, von der Kraft Gottes hinaufziehen zu lassen auf die Höhe der Wahrheit, auf die Höhe der Liebe und so auf die Höhe Gottes. So wird dann, wie die Väter sagen, das Herz selber zu einem Altar: Die Sendung Christi und des Heiligen Geistes setzt sich in unserem betenden Herzen fort (vgl. KKK 2655).

 [Die deutschsprachigen Pilger grüßte der Papst mit folgenden Worten:]

Gerne heiße ich alle deutschsprachigen Pilger willkommen. Besonders grüße ich die Gruppe der Schulen der Brede und überhaupt all die vielen Schüler und Jugendlichen. Wir feiern die Liturgie in der rechten Weise, wenn wir in betender Haltung dem Herrn zusammen gegenübertreten, miteinander sind. Der Herr selbst lehrt uns beten. Wir dürfen uns ihm anvertrauen. Von Herzen segne ich euch alle und wünsche euch gute Pilgerschaft. Herzlichen Dank!

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