Liturgiekonferenz folgt dem Kongress in Dublin

Kardinal Burke bei Internationaler Konferenz Fota V

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Von William A. Thomas

CORK CITY, 20. Juli 2012 (ZENIT.org). - In Irland folgte unmittelbar auf den 50. Internationalen Eucharistiekongress, der Mitte Juni in Dublin stattgefunden hatte, die Internationale Konferenz Fota V (7.-9. Juli in Cork City, Irland). Etwa 16 Vortragende referierten auf der dreitägigen Veranstaltung mit dem Titel „Celebrating the Eucharist: Sacrifice and Communion“ („Die Eucharistie feiern: Opfer und Kommunion“).

Eröffnet wurde die Konferenz von Kardinal Raymond Burke, Präfekt der Apostolischen Signatur; Vorsitzender war Professor Vincent Twomey SVD. Kardinal Burke legte in seiner Eröffnungsrede die Hauptthemen der Konferenz dar, die in theologischen und liturgischen Betrachtungen über die Eucharistie bestanden.

Jeder Tag gipfelte mit der von Kardinal Burke gefeierten Vesper; am Sonntag feierte der Kardinal auch das Pontifikalamt.

Professor Vincent Twomey SVD hielt den ersten Vortrag mit dem Titel „Rubrik und Ritus: das Verhältnis von Vorschrift und Geist“. Darin zeigte er auf, dass „die Liturgische Bewegung ab dem 18. Jahrhundert begann, großen Wert auf die Verständlichkeit der Liturgie zu legen. Selbstverständlich betonte auch die anfängliche Reform nach dem Konzil an erster Stelle die Verständlichkeit“.

Dies jedoch, so Twomey, sei „ein Schaden für das Wesen der Liturgie als Ritus“ gewesen. „Es führte dazu, dass die Rubriken nicht mehr ernst genommen wurden. Stattdessen wurden ‚Kreativität‘ und ‚Verständlichkeit‘ in der neuen Liturgie zur Norm. In seiner Kritik an der Anfangsreform wies Joseph Ratzinger schon früh auf das von Grund auf geheimnisvolle, nicht willkürliche, gegebene und nicht gemachte Wesen der Liturgie hin. Sie ist Gottes Werk und nicht unsere Erfindung. Das unverfügbare Wesen der Riten ist etwas, das alle Religionen gemeinsam haben, wie schon Ratzinger hervorhob. Es wird durch ‚Rubriken‘ ausgedrückt, seien es nun schriftliche oder mündlich überlieferte Vorschriften“.

Klaus Berger, deutscher Professor für Neutestamentliche Theologie, hielt seinen Vortrag über „Liturgische Anspielungen in der Offenbarung des Johannes“. Er vertrat die Ansicht, in Offenbarung 6,10 verdeutliche Johannes „eine wichtige Vorbedingung der eucharistischen Theologie früher Christen: Gottes Wort kann man essen“.

„Das gesamte Johannesevangelium lehrt uns“, so Berger, „dass in der Eucharistie das Wort Gottes ganz in Jesus gebündelt ist. Die Essbarkeit von Gottes Wort kommt dort auch durch die Süße der eucharistischen Hostie zum Ausdruck, die ungesäuert ist. Es handelt sich um ein Lebenssymbol, ähnlich wie Honig“.

Diese Überlegungen, fuhr Professor Berger fort, „wollen der herkömmlichen Eucharistieverehrung eine kritische Inspiration geben, weil, wie aus der Tradition ersichtlich wird, diese Verehrung oft zu subjektiv und impulsiv ist“.

Zur Linken seiner Braut

Professor Manfred Hauke von der Theologischen Fakultät der Universität Lugano stellte in seinem Vortrag die Frage: „Was ist die heilige Messe“ und widmete sich anschließend einer systematischen Diskussion über das Wesen des Eucharistieopfers. Das Konzil von Trient zitierend, erklärte Hauke, dass die Heilige Messe „ein wirkliches, echtes Opfer“ sei und dass das Konzil die Meinung abgelehnt habe, dieses Opfer bedeute „nicht mehr, als dass Christus uns zur Speise gegeben wird“. Hauke fügte hinzu: „Durch den Befehl: ‚Tut dies zu meinem Gedächtnis!‘ weihte Christus die Apostel zu Priestern und wies sie an, dass sie selbst und alle anderen Priester seinen Leib und sein Blut opfern sollen. Christus opferte sich ein für alle Mal am Altar des Kreuzes, aber damit seine Priesterschaft nicht mit seinem Tode erlösche, brachte er Gott dem Vater im letzten Abendmahl seinen Leib und sein Blut in Gestalt des Brotes und des Weins dar. Er tat dies, um seiner geliebten Braut, der Kirche, ein sichtbares Opfer zu hinterlassen, da die menschliche Natur es verlangt; ein sichtbares Opfer, durch welches das blutige Opfer, das ein einziges Mal am Kreuz dargebracht wurde, dargestellt und ‚in memoriam‘ bis ans Ende der Zeit bleiben könne, damit seine erlösende Macht für die Vergebung jener Sünden eingesetzt werden kann, die wir täglich begehen“.

Die vollständige Konferenz soll vom Verlag Four Courts Press veröffentlicht werden.

[Übersetzung des englischen Originals von Alexander Wagensommer]