Liturgiewissenschaftler Dr. Michael Kunzler zum Berater der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung ernannt

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ROM, 13. Oktober 2005 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. hat Michael Kunzler, Professor für Liturgik an der Theologischen Fakultät Paderborn, zum Berater der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung ernannt. Das wurde heute im Vatikan bekannt gegeben.



Kurzbiographie

Michael Kunzler wurde am 23. August 1951 in Saarbrücken geboren und studierte Theologie und Philosophie in Trier, München und in seiner Heimatstadt. 1978 promovierte er zum Doktor der Theologie und wurde 1980 zum Priester geweiht.

Die Kongregation für die Orientalischen Kirchen beauftragte den frisch geweihten Geistlichen zur Seelsorge im byzantinischen Ritus. Von 1980 bis 1988 wirkte der Priester als Pfarr- und Hochschulseelsorge sowie als Gymnasiallehrer. 1987 erfolgte seine Habilitation an der Universität Tübingen, auf die hin er ein Jahr später zum ordentlichen Professor der Liturgiewissenschaft an der Theologischen Fakultät Paderborn ernannt wurde. 1995 wurde P. Kunzler zum Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Johann-Adam-Möhler-Instituts für Ökumenik in Paderborn ernannt, ein Jahr darauf erfolgte seine Aufnahme in das Wissenschaftliche Direktorium der Internationalen Theologischen Lehrbuchreihe AMATECA.

Seit 1998 ist er Gastprofessor an der päpstlichen Lateran-Universität in Rom und seit 1999 auch an der Theologischen Fakultät von Lugano. 2001 wurde er zum Berater der Liturgiekommission der deutschen Bischofskonferenz ernannt.

Von 1999 bis 2002 nahm der Priester einen zusätzlichen Lehrauftrag für byzantinische Liturgiewissenschaft an der Theologischen Fakultät der Katholischen Universität Eichstätt für Studierende des Collegium Orientale wahr. Im Jahre 2002 wurde er zum staurophoren [wörtlich: \"Kreuz tragenden\", Anm. d. Red.] Protopresbyter der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche erhoben. Kunzler zählt zu den führenden Liturgiewissenschaftlern der Gegenwart und ist darüber hinaus als Verfasser praxisbezogener Bücher zur katholischen Liturgie bekannt geworden, die durch ihre Anschaulichkeit besonders für kirchlich engagierte Laien konzipiert wurden. Seit 2005 ist er mitrophorer Protopresbyter der ukrainisch- griechisch- katholischen Kirche. Dieser seltene Ehrentitel gestattet ihm, während mancher liturgischer Handlungen das Tragen einer Mitra.

Ukrainische griechisch-katholische Kirche in Deutschland

Die ukrainische griechisch-katholische Kirche gehört als mit Rom unierte Kirche der katholischen Kirche an, ist in ihrer slawischen Liturgie und in ihrer hierarchischen Struktur aber dem byzantinischen Erbe treu geblieben. Für die in Deutschland lebenden katholischen Ukrainer des byzantinischen Ritus wurde 1959 von Papst Johannes XXIII. eine Apostolische Exarchie mit eigener Jurisdiktion errichtet, die direkt dem Papst untersteht. Solche Exarchien oder Exarchate werden für Gläubige außerhalb der Stammgebiete ihrer Kirchen unterhalten. Alle Mitglieder der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche unterstehen dem Apostolischen Exarchen, der aufgrund der Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils Mitglied der deutschen Bischofskonferenz ist. Zurzeit ist Bischof Piotr Kryk Apostolischer Exarch der ukrainischen Katholiken in Deutschland und Skandinavien. Auf seine Empfehlung hin wurde an Prof. Dr. Kunzler der Titel \"Mitrophorer Protopresbyter\" verliehen.

Weitere Ernennungen

Neben Professor Kunzler berief der Heilige Vater noch Bischof Aloysius M. Sutrisnaatmaka von Palangkaraya (Indonesien), Msgr Vojtech Nepšinský, Rektor des Priesterseminars und Präsident der diözesanen Liturgiekommission von Banska Bystrica (Slowakei), P. José Raimundo Pinto de Melo SJ, Mitglied der brasilianischen Liturgiekommission, und P. Konstantin Morozov OFM. Cap. (Ukraine) als Berater in die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung.