Liudger von Münster (um 742-809)

Erster Bischof von Münster

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 293 klicks

Liudger von Münster wurde um 742 in Zwesen bei Utrecht geboren. Über das Leben Liudgers berichtet 840 sein Neffe Altfrid, der der zweite Bischof von Münster war. Liudger, der einer vornehmen friesischen Familie entstammte, erhielt seine Ausbildung bei den bedeutendsten Gelehrten der Zeit. In Utrecht war er Schüler Gregors von Utrecht und später, von 767 bis 772, Schüler Alkuins in York. Tief beeindruckte den jungen Liudger die Begegnung mit dem heiligen Bonifatius, über den er schrieb: „Es war mir vergönnt, ihn mit eigenen Augen zu sehen, einen Greis in schneeweißem Haar, hinfällig vor Alter, aber mit Tugenden und Verdiensten geschmückt.“

775 beendete Liudger seine Studien in Utrecht. Ab dem folgenden Jahr war er als Missionar in Friesland tätig. 777 erfolgte seine Priesterweihe in Köln. 784 unternahm er, vor den Sachsenkriegen fliehend, eine Pilgerreise nach Rom. Zwei Jahre lebte er bei den Benediktinern in Montecassino. Nach seiner Rückkehr nahm Liudger seine Missionstätigkeit in Friesland wieder auf. Zahlreiche Kirchengründungen folgten. 792 war Liudger in der Gegend des heutigen Münster tätig. Ein Jahr später, 793, gründete er dort ein Kloster, 797 einen Konvent. In Helmstedt folgte 798 die Gründung einer Missionszelle, Grundsteinlegung des Benediktinerklosters Sankt Ludgerus, in Essen 799 die Gründung des Klosters Werden. 805 wurde Liudger der erste Bischof von Münster.

Liudger starb am 26. März 809 in Billerbeck in Nordrhein-Westfalen. Seine sterblichen Überreste wurden nach Münster überführt, dort 30 Tage aufgebahrt und anschließend seinem Wunsch entsprechend im Kloster Werden in der Krypa bestattet.